{"id":6996,"date":"2020-08-07T09:16:45","date_gmt":"2020-08-07T07:16:45","guid":{"rendered":"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/?page_id=6996"},"modified":"2022-11-13T06:27:19","modified_gmt":"2022-11-13T05:27:19","slug":"1914-1918-der-vorabend","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/1914-1918-der-vorabend\/","title":{"rendered":"1914 \u2013 1918 Der Hintergrund &#8211; der &#8222;Vorabend des Ersten Weltkriegs&#8220;"},"content":{"rendered":"<div class=\"wpb-content-wrapper\">[vc_row][vc_column][vc_column_text]\n<h2>DER VORABEND DES ERSTEN WELTKRIEGS<\/h2>\n<p>Der Vorabend der Urkatastrophe des letzten Jahrhunderts kann kurz und b\u00fcndig folgendermassen zusammengefasst werden: es gab ein Attentat in Sarajevo, welches \u00d6sterreich in Aufruhr versetzte, dann versagten Diplomaten und Machthaber w\u00e4hrend eines Monats und darauf wurden Kriege im Minutentakt erkl\u00e4rt. Das reicht. Wem dies in so geraffter Form gen\u00fcgt, dem wird geraten weit, weit unten auf dieser Seite seine Lekt\u00fcre fortzusetzten. Die Fakten und Gedankeng\u00e4nge der unterschiedlichen Entscheidtr\u00e4ger sind aber sp\u00e4testens seit 2014 wieder in den Fokus der Historiker ger\u00fcckt und es ist angebracht, hier den Verlauf dieses schicksalsbeladenen Monats im Sommer 1914 vertieft zu behandeln. Auf diesen Ereignissen basierte letztlich die Schuldfrage am Krieg, verbunden mit allen Restriktionen und Reparationszahlungen.<\/p>\n<p>Aber nochmals zur Einordnung: Wer sich ausschliesslich f\u00fcr den Verlauf des Gebirgskriegs interessiert, kann getrost auf die entsprechende Seite wechseln. F\u00fcr alle, sich aber f\u00fcr Ursachen des Weltkrieges fundiert orientieren m\u00f6chte, habe ich die nachfolgenden Inhalte zum Attentat von Sarajevo, zur Julikrise und zum Zusammenfall des europ\u00e4ischen Kartenhauses bereitgestellt.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4><\/h4>\n[\/vc_column_text][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column css=\u201c.vc_custom_1596915689043{border-top-width: 1px !important;border-right-width: 1px !important;border-bottom-width: 1px !important;border-left-width: 1px !important;border-left-color: #bababa !important;border-left-style: solid !important;border-right-color: #bababa !important;border-right-style: solid !important;border-top-color: #bababa !important;border-top-style: solid !important;border-bottom-color: #bababa !important;border-bottom-style: solid !important;}\u201c][vc_column_text css=\u201c.vc_custom_1596946682981{border-top-width: 1px !important;border-right-width: 1px !important;border-bottom-width: 1px !important;border-left-width: 1px !important;background-position: center !important;background-repeat: no-repeat !important;background-size: contain !important;border-left-color: #c4c4c4 !important;border-right-color: #c4c4c4 !important;border-top-color: #c4c4c4 !important;border-bottom-color: #c4c4c4 !important;}\u201c]\n<h3><\/h3>\n<h2><span style=\"color: #000000;\">INHALTS\u00dcBERSICHT DIESER SEITE<\/span><\/h2>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3><a href=\"#hintergrund-vorabend-attentat\">DAS ATTENTAT VON SARAJEVO<\/a><\/h3>\n<p>Von der Planung der Inspektionsreise \u00fcber bekannte Risiken und Warnungen zu den zwei Anschl\u00e4gen und den Prozessen gegen die Attent\u00e4ter bis zur lokalen Rezeption.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3><a href=\"#hintergrund-vorabend-julikrise\">DIE JULIKRISE<\/a><\/h3>\n<p>\u00dcber die \u201eMission Hoyos\u201c und den \u201eBlankoscheck\u201c, die Sommerferien der \u201eM\u00e4chtigen\u201c und sowie die Einsch\u00e4tzung der Ereignisse durch die Grossm\u00e4chte.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3><a href=\"#hintergrund-vorabend-dominoeffekt\">DAS KARTENHAUS ZERF\u00c4LLT<\/a><\/h3>\n<p>Die Chronologie der Kriegserkl\u00e4rungen<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h4><\/h4>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=\u201cvc_default\u201c el_id=\u201chintergrund-vorabend-attentat\u201c][vc_column][vc_empty_space][vc_column_text]\n<h3><span style=\"color: #993300;\">DAS ATTENTAT VON SARAJEVO AM 28. JUNI 1914 \u2013 \u201eDER FUNKE IM PULVERFASS\u201c<\/span><\/h3>\n<h3>Zeitliche Festlegung des Besuchs<\/h3>\n<p>Der Erzherzog Franz Ferdinand begab sich von einem Treffen mit dem deutschen Kaiser Wilhelm II. auf seinem Landsitz Schloss Konopischt in Beneschau (B\u00f6hmen) nach Sarajevo, um dem Abschluss der Man\u00f6ver des k.u.k. XV. und XVI. Korps in Bosnien beizuwohnen. Der Besuch wurde auf Bitte des k.u.k. Statthalters von Bosnien-Herzegowina, Feldzeugmeister Oskar Potiorek, auf den 28. Juni festgelegt.<\/p>\n<p>Die Attent\u00e4ter planten den Anschlag allerdings schon seit M\u00e4rz 1914, weil Zeitungen den Besuch Franz Ferdinands ohne genaue Datumsnennung ank\u00fcndigten. Den Attent\u00e4tern war es vor allem wichtig, bei dem Besuch Franz Ferdinands ein Attentat auszu\u00fcben, wobei die tiefere Bedeutung des 28. Juni wohl nur ein Nebeneffekt war.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90d93d\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90d93d\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Denn an diesem Tag fiel der Veitstag (Vidovdan) mit dem 525. Jahrestag der Schlacht auf dem Amselfeld zusammen \u2013 ein symbolisches Datum f\u00fcr viele Serben. Gem\u00e4ss einem Schreiben des Sekret\u00e4rs der k.u.k. Gesandtschaft in Belgrad, Ritter von Storck, an den Aussenminister Graf Leopold Berchtold vom 29. Juni 1914 m\u00fcssen die \u00f6sterreichisch-ungarischen Beh\u00f6rden \u00fcber das Ausmass der monatelang im Voraus geplanten umfangreichen Veranstaltungen im K\u00f6nigreich Serbien zur 525-Jahr-Feier sehr gut informiert gewesen sein.<\/p>\n<p>Andererseits war der Fr\u00fchsommer eine \u00fcbliche Jahreszeit f\u00fcr Man\u00f6ver, und der Besuch eines Man\u00f6vers bot sich an, da der Thronfolger bereits seit 1909 als Generalinspektor anstelle des Kaisers derartige Truppenbesuche vornahm. Potiorek wollte das Ansehen der Donaumonarchie, welches seit der Bosnischen Annexionskrise des Jahres 1908 nicht sehr hoch war, mit einem Besuch des Thronfolgers pflegen, wozu eine gezielte Provokation kaum beigetragen h\u00e4tte. Auch machte der f\u00fcr Bosnien und Herzegowina zust\u00e4ndige Finanzminister Leon Ritter von Bili\u0144ski zu keiner Zeit Einwendungen gegen den Besuch, weil ihm zufolge der urspr\u00fcngliche vom Kaiser genehmigte Plan einen Besuch der Stadt gar nicht vorsah.<\/p>\n<p>Andererseits l\u00e4sst sich eine eventuelle Provokation durch den nach einem Krieg strebenden Fl\u00fcgel der Regierungskreise in der Donaumonarchie nicht ausschliessen. Bili\u0144ski erw\u00e4hnt in seinen Memoiren, dass Potiorek eine tiefe Abneigung gegen Serben gehegt habe, was die Bosnienpolitik \u00d6sterreich-Ungarns und den Konsens mit den bosnischen Serben massiv behindert h\u00e4tte. Laut Bili\u0144ski habe der urspr\u00fcngliche und von Kaiser Franz Joseph I. genehmigte Plan nur einen Besuch der Truppenman\u00f6ver vorgesehen. Die Entscheidung f\u00fcr einen Besuch der Stadt, und insbesondere die Teilnahme der Herzogin, sei kurzfristig und ohne Bili\u0144skis Mitwirkung getroffen worden. Bili\u0144ski erw\u00e4hnt auch, dass sein Ministerium als einziges Amt in \u00d6sterreich-Ungarn ausdr\u00fccklich vom Verteiler f\u00fcr die Besuchspl\u00e4ne des Thronfolgers ausgelassen worden sei, um \u201edie Bem\u00fchungen des Landeschefs, einen w\u00fcrdigen Gast zu empfangen, nicht zu behindern\u201c.<\/p>\n<p>Fr\u00fchere Attentate auf hochstehende Repr\u00e4sentanten der Doppelmonarchie, wie der Anschlag auf Statthalter Marijan Freiherr Vare\u0161anin von Vare\u0161 am 15. Juni 1910 in Sarajevo, waren fehlgeschlagen, und vermutlich h\u00e4tten die Attent\u00e4ter auch ein anderes, weniger symboltr\u00e4chtiges Datum w\u00e4hlen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><em>\u201eLediglich in der Interpretation der Nachwelt und vor allem beim Herausarbeiten der besonderen Zielstrebigkeit und Symboltr\u00e4chtigkeit kam es dann dazu, dass der \u2026 28. Juni, der Vidovdan (Veitstag), der Jahrestag der serbischen Niederlage gegen die Osmanen auf dem Amselfeld 1389, als besondere Provokation hingestellt worden [ist]. Doch auch dabei regierte der Zufall und nicht die langfristige oder gar subtile Planung. Denn als man den Zeitpunkt f\u00fcr die Man\u00f6ver des XVI. Korps festlegte, waren dabei lediglich die Jahreszeit, der Ausbildungsstand der Truppen und die \u00dcbungsannahme ausschlaggebend.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Gerade in Wien h\u00e4tte der Vidovdan aber eigentlich hinreichend als \u201eheiliger Tag\u201c der Serben bekannt sein m\u00fcssen. Der Besuch in der erst unl\u00e4ngst annektierten Provinz an diesem Tage, sogar wenn er nicht als Provokation gedacht war, konnte deshalb faktisch als besondere Dem\u00fctigung\u00a0\u2013 oder, im Gegenteil, als eine sich besonders anbietende Gelegenheit f\u00fcr einen Schlag gegen die Fremdherrschaft\u00a0\u2013 aufgefasst werden.<\/p>\n<p>Noch am Tag zuvor sendete Sophie von Hohenberg ein Telegramm an eine Freundin, in dem sie ihr Wohlbefinden ausdr\u00fcckt. Es ist heute im Di\u00f6zesanarchiv zu Bautzen archiviert. <\/p><\/div><\/div>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>[\/vc_column_text][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=\u201c1\/2\u2033][vc_single_image image=\u201c6934\u2033 img_size=\u201c600\u00d7800\u2033 alignment=\u201ccenter\u201c onclick=\u201clink_image\u201c css=\u201c.vc_custom_1596600758094{margin-bottom: 10px !important;}\u201c el_class=\u201cborder\u201c][vc_column_text]\n<\/p><h6>Die Reiseroute Franz Ferdinands und Sophie von Hohenberg im Juni 1914. Abb. aus Gerbert, Frank, Endstation Sarajevo, 2014.<\/h6>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=\u201c1\/2\u2033][vc_single_image image=\u201c6935\u2033 img_size=\u201c600\u00d7718\u2033 alignment=\u201ccenter\u201c onclick=\u201clink_image\u201c css=\u201c.vc_custom_1596600994671{margin-bottom: 10px !important;}\u201c el_class=\u201cborder\u201c][vc_column_text]\n<h6><b>Oskar Potiorek<\/b> (*\u00a0 1853 in Bleiberg, K\u00e4rnten; \u2020 1933 in Klagenfurt) war Landeschef von Bosnien und der Herzegowina und bei Beginn des Ersten Weltkriegs Oberkommandierender der Balkanstreitkr\u00e4fte der Doppelmonarchie.<\/h6>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_empty_space][vc_column_text]\n<h3>Warnungen<\/h3>\n<p>Bereits fr\u00fcher war es in Sarajevo zu Attentaten gekommen. Der Student Bogdan \u017deraji\u0107 hatte 1910 ein Attentat auf Kaiser Franz Joseph geplant, aufgrund des hohen Alters des Monarchen jedoch davon Abstand genommen. Stattdessen schoss er am 15. Juni 1910 bei der Er\u00f6ffnung des bosnisch-herzegowinischen Landtags auf den bosnischen Gouverneur, General Marijan Freiherr Vare\u0161anin von Vare\u0161, verfehlte ihn aber, woraufhin er sich mit einem Kopfschuss t\u00f6tete. \u017deraji\u0107 wurde zum Vorbild f\u00fcr Princip: Dieser soll bei \u017deraji\u0107s Grab feierlich geschworen haben, ihn zu r\u00e4chen.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90d97f\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90d97f\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Auch nach vagen Vorwarnungen liess sich Erzherzog Franz Ferdinand nicht von der Fahrt nach Sarajevo abhalten. <em>\u201eUnter einen Glassturz\u201c<\/em>, hatte er bei einer anderen Gelegenheit gesagt, <em>\u201elasse ich mich nicht stellen. In Lebensgefahr sind wir immer. Man muss nur auf Gott vertrauen.\u201c<\/em> Da niemand mit Gefahr rechnete, fielen die Sicherheitsvorkehrungen entsprechend gering aus. Der Zeitplan und die Fahrtroute wurden Wochen vor dem Besuch in den Zeitungen \u00f6ffentlich bekanntgegeben, wahrscheinlich auch, um m\u00f6glichst viele jubelnde Zuschauer anzulocken. Es wurden so gut wie vor jedem Besuch Warnungen ausgesprochen, nicht nur in Bezug auf Bosnien. Keiner der Warner war allerdings so deutlich geworden, dass daraus wirklich das Ausmass der Gefahr h\u00e4tte abgeleitet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Als der serbische Regierungschef Nikola Pa\u0161i\u0107 vorab, wahrscheinlich von seinem Spion in der \u201eSchwarzen Hand\u201c Milan Ciganovi\u0107, vom Mordplan erfuhr, befand er sich in einem Dilemma. Wenn er den Plan zur Ausf\u00fchrung gelangen liess, riskierte er wegen der Verbindung zur Geheimorganisation \u201eUjedinjenje ili Smrt\u201c (\u201eVereinigung oder Tod\u201c oder auch \u201eSchwarze Hand\u201c) einen Krieg mit \u00d6sterreich-Ungarn; wenn er den Plan verriet, riskierte er, von seinen Landsleuten als Verr\u00e4ter hingestellt zu werden. So betraute er Jovan Jovanovi\u0107, den serbischen Gesandten in Wien, mit der Aufgabe, \u00d6sterreich-Ungarn mit vagen diplomatischen Aussagen vor dem Anschlag zu warnen. Jovanovi\u0107, der als Nationalist galt und in Wien selten herzlich empfangen wurde, vertraute dem als offen und umg\u00e4nglich bekannten k. u. k. Finanzminister von Bili\u0144ski in einem Gespr\u00e4ch an, es w\u00e4re gut und vern\u00fcnftig, wenn Franz Ferdinand nicht nach Sarajevo reiste, weil sonst <em>\u201eirgendein junger Serbe statt einer Platzpatrone eine scharfe Kugel nehmen und sie abschiessen k\u00f6nnte\u201c<\/em>. Bili\u0144ski erwiderte lachend, <em>\u201elassen Sie uns hoffen, dass sowas niemals passiert\u201c<\/em> und behielt den Inhalt des Gespr\u00e4chs f\u00fcr sich. Laut Christopher Clark wurde eine gewisse Warnung ausgesprochen, aber keine, die der Situation angemessen w\u00e4re.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3>Vorbereitungen f\u00fcr den Anschlag<\/h3>\n<p>Dragutin T. Dimitrijevi\u0107, genannt Apis, Chef des serbischen milit\u00e4rischen Geheimdienst, war der wichtigste Kopf hinter der Verschw\u00f6rung zur Ermordung Erzherzog Franz Ferdinands, aber die Idee stammt vermutlich von seinem Kameraden Rade Malobabi\u0107. Im Rahmen dieser Verschw\u00f6rung rekrutierte der ehemalige Freisch\u00e4rler Voja Tankosi\u0107 den Kern des nach Bosnien geschickten Kommandos, die drei Mitglieder der proserbischen bosnischen Jugendorganisation Mlada Bosna (Junges Bosnien): Gavrilo Princip ein 19-j\u00e4hriger Gymnasiast, Nedeljko \u010cabrinovi\u0107, ein 19-j\u00e4hriger Druckergeselle, und Trifun \u201eTrifko\u201c Grabe\u017e, ein 18-j\u00e4hriger Schulabbrecher. Die serbische Regierung insgesamt hatte das Attentat nicht befohlen, noch war sie beteiligt. Jedoch wussten der serbische Ministerpr\u00e4sident sowie mehrere Minister und Milit\u00e4rs von einzelnen Vorg\u00e4ngen der Verschw\u00f6rung.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90d992\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90d992\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Sobald die Planung des Attentats ernsthaft begonnen hatte, wurde sorgf\u00e4ltig darauf geachtet, dass keine offensichtlichen Verbindungen zwischen der Zelle und den Beh\u00f6rden in Belgrad bestand. F\u00fchrungsoffizier der Attent\u00e4ter war Milan Ciganovi\u0107, welcher Tankosi\u0107 bzw. dieser Apis unterstand. Alle Befehle wurden nur m\u00fcndlich weitergegeben. Das stillschweigende Einverst\u00e4ndnis zwischen dem serbischen Staat und den an der Verschw\u00f6rung beteiligten Netzwerken war bewusst geheimer und informeller Natur.<\/p>\n<p>Gavrilo Princip selbst fasste im Fr\u00fchling 1914 in Belgrad am Grab von Bogdan \u017deraji\u0107 den Entschluss, Franz Ferdinand zu t\u00f6ten, nachdem er in einer \u00f6sterreichischen Zeitung einen Bericht \u00fcber dessen angek\u00fcndigten Besuch gelesen hatte. Nach anderen Darstellungen sei der wahre Urheber der Idee Nedeljko \u010cabrinovi\u0107 gewesen, der von einem Freund, dem Journalisten Mihajlo Pu\u0161ara, mit einem Zeitungsausschnitt auf den bevorstehenden Besuch aufmerksam gemacht worden war. Damals war der Besuch wegen einer ernsten Krankheit des Kaisers Franz Joseph noch ungewiss.<\/p>\n<p>Die Attent\u00e4ter betrachteten einige Pers\u00f6nlichkeiten als lohnendes Ziel: den \u00f6sterreichischen Kaiser, Aussenminister Berchtold, Finanzminister Bili\u0144ski, Feldzeugmeister Potiorek, den Banus von Kroatien Ivan Skerlecz, den Gouverneur von Dalmatien Slavko Cuvaj und nat\u00fcrlich Franz Ferdinand. Princip teilte \u010cabrinovi\u0107 und Grabe\u017e seine Absichten mit und sicherte sich ihre Unterst\u00fctzung. Da sich Princip nicht in der Lage sah, den Plan ohne fremde Hilfe in die Tat umzusetzen, kontaktierte er Milan Ciganovi\u0107, einen serbischen Geheimdienstler und bekannten Volkshelden, der als Eisenbahnbeamter arbeitete und im selben Haus wohnte. Ciganovi\u0107 stand mit Major Vojin P. Tanko\u0161i\u0107 in Verbindung, den Princip von seinem erfolglosen Versuch aus dem Jahr 1912, als Freiwilliger an den Balkankriegen teilzunehmen, schon kannte. Princip wusste nicht, dass Ciganovi\u0107 und Tanko\u0161i\u0107 f\u00fchrende Mitglieder der \u201eSchwarzen Hand\u201c waren und auch war Princip, der offenbar selbst an ein lokales Projekt dachte, \u00fcber die Hintergr\u00fcnde der Verschw\u00f6rung nicht informiert.<\/p>\n<p>Ciganovi\u0107 gab den milit\u00e4risch unerfahrenen Jugendlichen im Belgrader Park Top\u010dider Schiessunterricht, wobei Princip der beste Sch\u00fctze war, und \u00fcbergab ihnen am 27. Mai 1914 vier Pistolen mit Munition und sechs Bomben aus serbischen Armeebest\u00e4nden. Die Herkunft der Waffen konnte nie restlos gekl\u00e4rt werden, weil viele serbische Milizangeh\u00f6rige solche Waffen besassen. Weiter bekamen sie etwas Geld f\u00fcr die Reisekosten und Zyankali-Fl\u00e4schchen, um sich nach dem Attentat zu t\u00f6ten.<\/p>\n<p>Die drei Attent\u00e4ter reisten einen Monat vor dem Anschlag \u00fcber Tuzla nach Sarajevo. Ciganovi\u0107 half ihnen, unter Mitwirkung von Mi\u0161ko Jovanovi\u0107, die Waffen unbemerkt \u00fcber die bosnische Grenze zu bringen. In Tuzla schloss sich ihnen als viertes Mitglied Danilo Ili\u0107, ein 23-j\u00e4hriger Lehrer, an. Ili\u0107 warb drei weitere Mitglieder von Mlada Bosna an, die zwei Gymnasiasten Vaso \u010cubrilovi\u0107 (17-j\u00e4hrig) und Cvetko Popovi\u0107 (18-j\u00e4hrig) sowie Muhamed Mehmedba\u0161i\u0107, einen 27-j\u00e4hrigen muslimischen Serben, der von Beruf Schreiner war. Der eigentliche Sinn dieser zweiten Sarajevoer Zelle war, die Spuren der Verschw\u00f6rung zu verwischen.<\/p>\n<p>An der Verschw\u00f6rung waren auch andere Mitglieder von Mlada Bosna beteiligt, die nicht unmittelbar oder bewaffnet in Erscheinung traten: Veljko \u010cubrilovi\u0107, Vasos Bruder und Lehrer aus Priboj, Mi\u0161ko Jovanovi\u0107, Kaufmann und Bankdirektor aus Tuzla, Mladen Stojakovi\u0107, Arzt und sp\u00e4ter Volksheld im Zweiten Weltkrieg, sein Bruder Sreten, Bildhauer; Jezdimir Dangi\u0107, Gendarmerie-Oberstleutnant und sp\u00e4ter Tschetnik-Wojwode, Mitar Kerovi\u0107 und sein Sohn Ne\u0111a, und schliesslich Jakov Milovi\u0107, ein Landwirt aus Ostbosnien.<\/p>\n<p>Einige aus der Gruppe der Attent\u00e4ter zogen sich im letzten Moment zur\u00fcck, weil Mord ungeeignet sei, Protestverhalten zu zeigen. Doch die j\u00fcngeren Attent\u00e4ter wollten die Sache durchziehen.<\/p>\n<p>Mehmedba\u0161i\u0107 und \u010cabrinovi\u0107 sollten als erste handeln und nahmen bei der \u0106umurija-Br\u00fccke Aufstellung, w\u00e4hrend sich die anderen f\u00fcnf Attent\u00e4ter als Reserve, bis hin zur Kaiser-Br\u00fccke, postierten. Ili\u0107 pendelte unbewaffnet zwischen den Attent\u00e4ter-Gruppen.<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<\/div><\/div>[\/vc_column_text][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_empty_space][vc_column_text]\n<h3>Erster Anschlag<\/h3>\n<p>Das Thronfolger-Ehepaar residierte w\u00e4hrend des Besuches in Ilid\u017ea, einem Badeort etwa 12 Kilometer westlich von Sarajevo. Am 28. Juni 1914 reisten sie mit dem Zug von Ilid\u017ea bis zur Westgrenze der Stadt, wo eine Tabakfabrik stand, die ein h\u00e4ufiger Ausgangspunkt f\u00fcr Sarajevo-Besuche \u00f6sterreichisch-ungarischer W\u00fcrdentr\u00e4ger war. Laut Bili\u0144ski, der seine Erinnerungen auf einen Bericht des erzherz\u00f6glichen Marschalls Oberst Graf Rummerskirch an Kriegsminister Alexander Ritter von Krobatin st\u00fctzt, seien die Sicherheitsvorkehrungen besonders gering gewesen, was in Kontrast zu den vergleichsweise strengen Vorkehrungen beim Besuch Franz Josephs I. in Sarajevo 1910 gestanden habe. Die Polizisten und Geheimpolizisten, die der Kolonne h\u00e4tten vorausfahren sollen, seien f\u00fcr diesen Zweck weder mit Wagen noch Kutschen ausgestattet worden und seien daher, mit Schmucktruhen der Herzogin schwer beladen, bei der Tabakfabrik zur\u00fcckgeblieben.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90d9a0\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90d9a0\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Laut Bili\u0144ski wurde die Ankunft Franz Ferdinands in Sarajevo auf die Minute genau angek\u00fcndigt, was die Ausf\u00fchrung des Attentats erleichterte. Vor der Abfahrt habe der Polizeihauptmann Gerde, ein Ungar, dem Landeschef Potiorek mitgeteilt, dass er mit einer Anzahl von 30 bis 40 Polizisten nicht in der Lage sei, f\u00fcr die Sicherheit der Fahrg\u00e4ste auf der langen Strecke von der Tabakfabrik bis zum Rathaus zu sorgen, und deshalb Unterst\u00fctzung durch Milit\u00e4reinheiten ben\u00f6tige. Potiorek habe entgegnet, weil in der Stadt aufgrund der Man\u00f6ver kein Milit\u00e4r stationiert sei, k\u00f6nne es nicht rechtzeitig eintreffen. Daraufhin habe der Gendarmeriechef Bosniens, General \u0160njari\u0107, vorgeschlagen, einen Gendarmeriekordon entlang der Fahrtstrecke aufzustellen, doch Potiorek habe auch diesen Vorschlag abgelehnt.<\/p>\n<p>Franz Ferdinand und seine Frau fuhren in einer Kolonne aus sechs Autos auf dem Appel-Kai entlang des Miljacka-Flusses zum Rathaus von Sarajevo. Im ersten Fahrzeug sassen der B\u00fcrgermeister, Efendi Fehim \u010cur\u010di\u0107, und der Polizeichef Dr. Gerde. Im zweiten Fahrzeug sassen Franz Ferdinand und seine Gemahlin Sophie, ihnen gegen\u00fcber Landeschef Potiorek. Vorne sassen der Chauffeur Leopold Lojka und Franz Graf Harrach, der Besitzer des Wagens. Im dritten Fahrzeug sassen Sophies Kammerfrau, Alexander Graf von Boos zu Waldeck und der Fl\u00fcgeladjutant des Landeschefs, Oberstleutnant Merizzi, der den Wagen fuhr. Im vierten und f\u00fcnften Fahrzeug sassen unter anderem Baron Morsey, Oberst Bardolff, der Leiter der erzherzoglichen Milit\u00e4rkanzlei, Hofmarschall Rummerskirch und bosnische Beamte wie der Regierungsrat Starch. Das sechste Fahrzeug war leer und wurde als Reserve mitgef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Gegen zehn Uhr fuhr die Kolonne an Mehmedba\u0161i\u0107 vorbei, der eine Bombe werfen sollte, aber nichts unternahm. Er erkl\u00e4rte seine Unt\u00e4tigkeit sp\u00e4ter damit, dass er von Ili\u0107 die Anweisung bekommen habe, die Bombe nur dann zu werfen, wenn er den Wagen des Thronfolgers erkenne. Dies sei ihm aber nicht gelungen. Der n\u00e4chste Attent\u00e4ter auf der Route, \u010cabrinovi\u0107, erkundigte sich bei einem Polizisten, in welchem Fahrzeug der Erzherzog s\u00e4sse. Daraufhin schlug er die Sicherung seiner Bombe an einem Laternenmast ab und warf sie in Richtung des Wagens. Der Fahrer bemerkte das herbeifliegende dunkle Objekt und gab Gas, w\u00e4hrend Franz Ferdinand den Arm hob, um seine Frau zu sch\u00fctzen. Die Bombe prallte von Franz Ferdinands Arm ab, fiel \u00fcber das zur\u00fcckgelegte Verdeck des Wagens nach hinten und explodierte kurz vor dem dritten Automobil, wobei Oberstleutnant Merizzi und Graf Boos-Waldeck verletzt wurden, ausserdem noch ein halbes Dutzend Schaulustiger.<\/p>\n<p>\u010cabrinovi\u0107 schluckte das von der Schwarzen Hand zur Verf\u00fcgung gestellte Zyankali und sprang in die Miljacka. Das Gift war jedoch alt und wirkte nicht, so dass er nur erbrach. Ausserdem war der Fluss an der betreffenden Stelle nicht sehr tief. \u010cabrinovi\u0107 wurde von der Menge gefasst, wobei er fast gelyncht worden w\u00e4re, und verhaftet. Angesichts dessen tauchte der Attent\u00e4ter Gavrilo Princip nun in der Menge unter, setzte sich in ein Kaffeehaus und erwog, Selbstmord zu begehen, um einer Verhaftung zu entgehen.<\/p>\n<p>Nachdem Oberstleutnant Merizzi nach ersten Informationen nur leicht verletzt war und in das Garnisonsspital gebracht worden war, befahl Franz Ferdinand, dass die Fahrt fortgesetzt werde. Auf dem Weg zum Rathaus fuhr die Kolonne an den anderen Attent\u00e4tern vorbei, die aber nichts unternahmen. Vaso \u010cubrilovi\u0107 sagte sp\u00e4ter aus, dass er nicht geschossen habe, weil ihm die Herzogin leid getan h\u00e4tte, Cvetko Popovi\u0107 sagte aus, dass er Angst gehabt habe und in diesem Augenblick nicht gewusst habe, was mit ihm geschehe.<\/p>\n<p>Im Rathaus angekommen, setzte der B\u00fcrgermeister vor vielen lokalen W\u00fcrdentr\u00e4gern zu einer vorbereiteten Begr\u00fcssungsrede an, wurde jedoch sofort von Franz Ferdinand unterbrochen: <em>\u201eHerr B\u00fcrgermeister, da kommt man nach Sarajevo, um einen Besuch zu machen, und wird mit Bomben beworfen! Das ist emp\u00f6rend.\u201c <\/em>Er konnte sich aber schliesslich beruhigen. Nach seinem Besuch im Rathaus verf\u00fcgte er eine \u00c4nderung der Route. Er wollte nicht wie geplant direkt zum Museum fahren (in dem auch der serbische Historiker \u0106orovi\u0107 auf seine Ankunft wartete), sondern auch den beim Anschlag \u010cabrinovi\u0107s am Hals verletzten Merizzi im Krankenhaus besuchen.<\/p>\n<p>Ung\u00fcnstigerweise lag das Krankenhaus am anderen Ende der Stadt. Laut Bili\u0144ski habe Rummerskirch berichtet, dass Franz Ferdinand, in Sorge um seine Gattin, nach dem Aufenthalt im Rathaus Potiorek und Gerde konsultiert haben soll, ob es angesichts des Bombenanschlags vern\u00fcnftig sei, dorthin zu fahren. Die Alternative war, auf einer anderen Strasse nach Ilid\u017ea zur\u00fcckzufahren oder geradeaus zum Konak, der vom Rathaus wenige Fahrminuten entfernt war. W\u00e4hrend Gerde z\u00f6gerte, soll Potiorek ausgerufen haben: \u201eEure Kaiserliche Hoheit k\u00f6nnen ruhig weiterfahren, ich \u00fcbernehme daf\u00fcr die Verantwortung\u201c.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Zweiter Anschlag<\/h3>\n<p>Entgegen den Anweisungen bog die Wagenkolonne auf H\u00f6he der \u00fcber die Miljacka f\u00fchrenden Lateinerbr\u00fccke aber in die urspr\u00fcnglich geplante Route ein. Lojka, der nicht hinreichend \u00fcber die neue Route orientiert war, legte den R\u00fcckw\u00e4rtsgang ein, um zur\u00fcck auf den Kai zu gelangen; dabei stand das Fahrzeug einige Sekunden still. Zu seiner grossen \u00dcberraschung sah Princip, wie der Wagen mit dem Erzherzog vor dem Caf\u00e9 anhielt, in dem er sich aufhielt; er stand auf, eilte auf die Strasse, zog seine Pistole und schoss aus wenigen Metern Entfernung zwei Mal auf das Ziel.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90d9ab\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90d9ab\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Das erste Projektil durchschlug die Fahrzeugwand, wobei sich das Geschoss verformte, scharfkantig wurde und sich zu drehen begann. Danach traf es Sophie in den Unterleib und f\u00fcgte ihr dort eine Reihe von Verletzungen zu, an denen sie innerhalb k\u00fcrzester Zeit, noch im Wagen selbst, innerlich verblutete. Als Franz Ferdinand merkte, dass seine Frau getroffen worden war, schrie er: <em>\u201eSopherl! Sopherl! Stirb nicht! Bleib\u2018 am Leben f\u00fcr unsere Kinder!\u201c<\/em>. Unmittelbar danach fiel der zweite Schuss, welcher Franz Ferdinand in den Hals traf, seine Halsvene zerriss und seine Luftr\u00f6hre verletzte. Der vor ihm sitzende Graf Harrach drehte sich um, packte den Thronfolger an der Schulter und rief: <em>\u201eMajest\u00e4t, was ist Euch?\u201c<\/em>, woraufhin Franz Ferdinand erwiderte: <em>\u201eEs ist nichts\u2026\u201c <\/em>und einen Moment sp\u00e4ter das Bewusstsein verlor. Der Thronfolger blutete nun nicht aus der Einschusswunde selbst, sondern vor allem durch die verletzte Luftr\u00f6hre, die wiederum von der verletzten Halsvene gespeist wurde. Das ist auch der Grund, weshalb die Uniform des Thronfolgers vorne grossfl\u00e4chige Blutspuren aufweist.<\/p>\n<p>Sofort schluckte Princip sein Zyankali, erbrach es aber, woraufhin er sich mit der Pistole zu erschiessen versuchte. Die Pistole wurde ihm jedoch aus der Hand gerissen und die w\u00fctende Menge wollte ihn lynchen. W\u00e4hrend Princip sofort von Gendarmen verhaftet, mit S\u00e4belkn\u00e4ufen geschlagen und abgef\u00fchrt wurde, drehte der Fahrer um und fuhr schnell zu Potioreks Residenz, dem Konak. Dort bem\u00fchten sich schnell herangeholte Ersthelfer hektisch, das Leben des Thronfolgers zu retten, schnitten an mehreren Stellen seine Uniform auf in dem verzweifelten Bem\u00fchen, den Blutstrom zu stillen, was jedoch nicht gelang. Franz Ferdinand erlag kurz darauf im Konak seinen Verletzungen.<\/p>\n<p>Princip sagte sp\u00e4ter aus, dass er Sophie gar nicht habe treffen wollen, die Sch\u00fcsse h\u00e4tten Franz Ferdinand und Potiorek gegolten.<\/p>\n<\/div><\/div>[\/vc_column_text][vc_empty_space][vc_row_inner][vc_column_inner width=\u201c1\/2\u2033][vc_single_image image=\u201c6938\u2033 img_size=\u201c800\u00d7600\u2033 onclick=\u201clink_image\u201c][vc_column_text css=\u201c.vc_custom_1596604045074{padding-top: 5px !important;}\u201c]\n<h6>Die Lateinerbr\u00fccke in Sarajevo, Ort des Attentats auf einer Postkarte mit dem Hinweis auf den Standort Princips.<\/h6>\n[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][vc_column_inner width=\u201c1\/2\u2033][vc_single_image image=\u201c6936\u2033 img_size=\u201c800\u00d7600\u2033 onclick=\u201clink_image\u201c][vc_column_text css=\u201c.vc_custom_1596604278324{padding-top: 5px !important;}\u201c]\n<h6>Gavrilo Princip (* Juli\u00a01894 in Obljaj, Vil\u00e2yet Bosnien; \u2020 April 1918 in Theresienstadt, B\u00f6hmen, \u00d6sterreich-Ungarn, heute Tschechien) .Princip war Mitglied der Mlada Bosna (<i>Junges Bosnien<\/i>), eines revolution\u00e4ren, nationalistischen Geheimbunds aus Sch\u00fclern und Studenten, der im von \u00d6sterreich-Ungarn 1908 annektierten Bosnien-Herzegowina aktiv war. In Jugoslawien und Serbien galt bzw. gilt er teilweise noch als Volksheld.<\/h6>\n[\/vc_column_text][\/vc_column_inner][\/vc_row_inner][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_empty_space][vc_column_text]\n<h3>Reaktionen auf das Attentat<\/h3>\n<p>Der Tod des Thronfolgers l\u00f6ste in \u00d6sterreich-Ungarn keine allgemeine Trauer aus. Der Gesandte in Bukarest und sp\u00e4tere Aussenminister Ottokar Graf Czernin erinnerte sich sp\u00e4ter, in Wien und Budapest habe es mehr Erfreute als Trauernde gegeben. Franz Ferdinand und seine Vertrauten, die in konservativen Wiener Kreisen vielfach als \u201eBelvedere-Bagage\u201c bezeichnet wurden, hatten nicht nur dort Feinde. Seine Pl\u00e4ne einer trialistischen Reichsverfassung unter besonderer Ber\u00fccksichtigung der Kroaten stiessen insbesondere im ungarischen Reichsteil auf kategorische Ablehnung.<\/p>\n<p>Auf die politischen Reaktionen wird im Abschnitt \u201eDie Julikrise\u201c eingegangen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Prozess gegen die Attent\u00e4ter<\/h3>\n<p>\u010cabrinovi\u0107, Princip und die anderen Attent\u00e4ter mit Ausnahme von Mehmedba\u0161i\u0107 wurden nach und nach festgenommen. W\u00e4hrend der Verh\u00f6re schwiegen sie zun\u00e4chst beharrlich, bis sie auf Wunsch von Princip aufgaben und alles gestanden, woraufhin auch die meisten anderen Verschw\u00f6rer verhaftet wurden.<\/p>\n<p>Vom 12. Oktober bis 23. Oktober 1914 fand in Sarajevo der Gerichtsprozess gegen insgesamt 25 Angeklagte wegen Hochverrates und Meuchelmordes statt. Im Prozess bestritten alle Angeklagten jede Verbindung mit dem offiziellen Serbien. Drei von ihnen wurden hingerichtet.<\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Nedeljko \u010cabrinovi\u0107<\/span><\/h4>\n<p>Nedeljko \u010cabrinovi\u0107 gab als Grund f\u00fcr seine Tat an, dass Franz Ferdinand ein Feind der Slawen und besonders der Serben gewesen sei. Er sagte weiter aus, dass in \u00d6sterreich-Ungarn die Deutschen und die Ungarn das Sagen h\u00e4tten, w\u00e4hrend die Slawen unterdr\u00fcckt w\u00fcrden. Da er zum Tatzeitpunkt minderj\u00e4hrig war, wurde er vom Gericht zu 20 Jahren schwerem Kerker in der Kleinen Festung Theresienstadt, versch\u00e4rft durch einen monatlichen Fasttag und am 28. Juni eines jeden Jahres durch hartes Lager und Dunkelarrest, verurteilt und starb am 23. Januar 1916 an Tuberkulose. Franz Werfel, der \u010cabrinovi\u0107 Ende 1915 in Theresienstadt besuchte, bezeichnete den Todkranken als den \u201eauserw\u00e4hlten Schicksalsmenschen\u201c.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90d9b7\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90d9b7\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Vaso \u010cubrilovi\u0107<\/span><\/h4>\n<p>Vaso \u010cubrilovi\u0107 bezeichnete sich vor Gericht als \u201eSerbokroate\u201c und gab an, dass sein Ziel die Vereinigung von Serben, Kroaten, Slowenen und Bulgaren in einem Staate sei. Er wurde zu 16 Jahren schwerem Kerker verurteilt, versch\u00e4rft wie bei \u010cabrinovi\u0107. Auch er war zum Tatzeitpunkt minderj\u00e4hrig und konnte daher nicht zum Tode verurteilt werden. Nach dem Zerfall der \u00f6sterreichisch-ungarischen Monarchie kam er frei. Er studierte Geschichte und arbeitete sp\u00e4ter als Lehrer und Universit\u00e4tsprofessor und wurde unter Josip Broz Tito Minister f\u00fcr Forstwirtschaft.<\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Veljko \u010cubrilovi\u0107<\/span><\/h4>\n<p>Veljko \u010cubrilovi\u0107, Vasos Bruder, wurde der Beihilfe zum Mord f\u00fcr schuldig befunden und am 2. Februar 1915 in der Kaserne \u201ePhilippovich-Lager\u201c in Sarajevo gemeinsam mit Mi\u0161ko Jovanovi\u0107 und Danilo Ili\u0107 durch Erh\u00e4ngen am W\u00fcrgegalgen hingerichtet.<\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Trifun \u201eTrifko\u201c Grabe\u017e<\/span><\/h4>\n<p>Trifun \u201eTrifko\u201c Grabe\u017e nannte die Tat \u201eden gr\u00f6ssten revolution\u00e4ren Akt in der Geschichte\u201c. Er wurde vom Gericht zu 20 Jahren schwerem Kerker in der Kleinen Festung Theresienstadt, versch\u00e4rft wie bei \u010cabrinovi\u0107, verurteilt. Auch er war zu jung f\u00fcr ein Todesurteil. Er starb 1918 an Tuberkulose.<\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Danilo Ili\u0107<\/span><\/h4>\n<p>Danilo Ili\u0107 wurde vom Gericht f\u00fcr schuldig befunden und zum Tode verurteilt, er war zum Tatzeitpunkt vollj\u00e4hrig. Er wurde schliesslich am 2. Februar 1915 in der Kaserne \u201ePhilippovich-Lager\u201c in Sarajevo gemeinsam mit Mi\u0161ko Jovanovi\u0107 und Veljko \u010cubrilovi\u0107 durch Erh\u00e4ngen am W\u00fcrgegalgen hingerichtet.<\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Mi\u0161ko Jovanovi\u0107<\/span><\/h4>\n<p>Um bei einer eventuellen Kontrolle auf dem Weg nach Sarajevo nicht aufzufallen, hatte Princip Jovanovi\u0107 die Waffen, die beim Anschlag benutzt werden sollten, zuvor in Tuzla \u00fcbergeben und sie in Sarajevo zur\u00fcckerhalten. Jovanovi\u0107 wurde vom Gericht der Beihilfe zum Mord f\u00fcr schuldig befunden und am 2. Februar 1915 in der Kaserne \u201ePhilippovich-Lager\u201c in Sarajevo gemeinsam mit Danilo Ili\u0107 und Veljko \u010cubrilovi\u0107 durch Erh\u00e4ngen am W\u00fcrgegalgen hingerichtet.<\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Ivo Kranj\u010devi\u0107<\/span><\/h4>\n<p>Ivo Kranj\u010devi\u0107, ein Kroate, der nach dem Attentat \u010cubrilovi\u0107s Waffen versteckt hatte, wurde zu 10 Jahren schwerem Kerker verurteilt, versch\u00e4rft wie bei \u010cabrinovi\u0107.<\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Muhamed Mehmedba\u0161i\u0107<\/span><\/h4>\n<p>Muhamed Mehmedba\u0161i\u0107 wurde als einziger Beteiligter nicht verhaftet und setzte sich nach Montenegro ab, wo er mit seiner Teilnahme am Attentat \u00f6ffentlich prahlte, so dass ihn die Montenegriner schliesslich verhaften mussten. \u00d6sterreich-Ungarn verlangte seine Auslieferung, was Montenegro in einen unangenehmen Zwiespalt brachte, weil es die eigene, serbische Bev\u00f6lkerung nicht gegen sich aufbringen wollte. Wie durch Zufall konnte Mehmedba\u0161i\u0107 jedoch aus dem Gef\u00e4ngnis ausbrechen und untertauchen, worauf er sich zun\u00e4chst unauff\u00e4llig verhielt. 1917 wurde er gemeinsam mit Dragutin Dimitrijevi\u0107 Apis, dem Anf\u00fchrer der Schwarzen Hand, wegen eines Mordkomplotts gegen den serbischen Prinzregenten Aleksandar Kara\u0111or\u0111evi\u0107 verhaftet und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Er wurde schliesslich 1919 amnestiert und kehrte nach Sarajevo zur\u00fcck, wo er ein bescheidenes Leben als G\u00e4rtner und Tischler f\u00fchrte. Er starb w\u00e4hrend des Zweiten Weltkriegs.<\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Cvetko Popovi\u0107<\/span><\/h4>\n<p>Cvetko Popovi\u0107 wurde wegen Hochverrates zu 13 Jahren Haft verurteilt und kam nach dem Zerfall der k. u. k. Donaumonarchie frei. Auch er war zum Tatzeitpunkt minderj\u00e4hrig. Er wurde sp\u00e4ter Kustos in der Ethnografischen Abteilung des Museums von Sarajevo.<\/p>\n<h4><span style=\"color: #800000;\">Gavrilo Princip<\/span><\/h4>\n<p>Gavrilo Princip sagte aus, dass er die Tat nicht bereue und sich auch nicht als Verbrecher betrachte, er habe bloss einen Tyrannen ermordet. Er sagte, dass er ein Serbe und Revolution\u00e4r sei, \u00d6sterreich-Ungarn hasse und dessen Untergang w\u00fcnsche. Niemand habe ihn zur Tat angestiftet, er bestritt jede offizielle Verbindung zu Serbien. Zur Bekr\u00e4ftigung behauptete er, dass ihn Ciganovi\u0107 gewarnt habe, dass die serbischen Beh\u00f6rden sie verhaften w\u00fcrden, wenn sie von ihrem Plan erf\u00fchren. Er sagte auch, dass es ihm leid t\u00e4te, die Frau des Erzherzoges, eine Tschechin, get\u00f6tet zu haben und dass jener Schuss f\u00fcr Potiorek bestimmt gewesen sei.<\/p>\n<p>Princip wurde vom Gericht des Hochverrates und Meuchelmordes f\u00fcr schuldig befunden und zu 20 Jahren schwerem Kerker verurteilt, versch\u00e4rft wie bei \u010cabrinovi\u0107. F\u00fcr das Urteil war sein junges Alter zum Tatzeitpunkt entscheidend, das ihn vor der Todesstrafe bewahrte. Er starb schliesslich 1918 im Gef\u00e4ngnislazarett der Kleinen Festung in Theresienstadt an Knochentuberkulose.<\/p>\n<\/div><\/div>[\/vc_column_text][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_empty_space][vc_column_text]\n<h3>Lokale Rezeption<\/h3>\n<p>Am 28. Juni 1917, anl\u00e4sslich des dritten Jahrestages der Ermordung, liess \u00d6sterreich-Ungarn am Gel\u00e4nder der Lateinerbr\u00fccke, die diesen Namen tr\u00e4gt, weil sie die k\u00fcrzeste Verbindung zur r\u00f6misch-katholischen Kathedrale ist, ein zw\u00f6lf Meter hohes Denkmal zu Ehren Franz Ferdinands und Sophies errichten, auf welchem die Passanten um ein kurzes Gebet f\u00fcr die Opfer des Anschlags gebeten wurden. Das Monument bestand aus zwei S\u00e4ulen, einer grossen Platte mit den Figuren des ermordeten Ehepaares sowie einer Nische f\u00fcr Trauerkerzen und Blumen. Ende 1918 liess das K\u00f6nigreich Jugoslawien das Monument abbauen und in einem Museumsdepot verstauen; der Altar des Denkmals wurde 1919 gesprengt. W\u00e4hrend die S\u00e4ulen f\u00fcr andere Zwecke wiederverwendet wurden, befindet sich die Platte mit den Figuren des Thronfolger-Ehepaares heute in der Kunstgalerie Bosniens und Herzegowinas. An der Anschlagsst\u00e4tte stehen Reste einer Betonbank, die ein integraler Bestandteil des Monuments war. Bosnien-Herzegowina tr\u00e4gt sich mit dem Gedanken, das Denkmal zu erneuern.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90d9c2\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90d9c2\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Nach dem Ersten Weltkrieg errichtete das K\u00f6nigreich Jugoslawien am Ort des Anschlages eine granitene Gedenktafel zu Ehren Princips, die am 2. Februar 1930 eingeweiht wurde. In serbo-kroatischer Sprache und kyrillischen Schriftzeichen stand die Aufschrift <em>Na ovom istorijskom mestu Gavrilo Princip navijesti slobodu na Vidovdan 15\/28 1914. godine<\/em> (deutsch. An diesem historischen Platz hat Gavrilo Princip die Freiheit am Vidovdan 15\/28 1914 gebracht). Die Tafel wurde anl\u00e4sslich des 15 J\u00e4hrigen Todestages der Attent\u00e4ter Danila Ili\u0107a, Mi\u0161ka Jovanovi\u0107 und Veljka \u010cubrilovi\u0107 eingeweiht und befand sich bis zur Entfernung am 17. April 1941 auf einen pers\u00f6nlichen Wunsch Adolf Hitlers, als Volksdeutsche die Tafel an die einmaschierenden Soldaten der Wehrmacht \u00fcbergaben, am Ort des Sarajewer Attentates.<\/p>\n<p>Nach dem \u00dcberfall der Wehrmacht auf Jugoslawien am 6. April 1941 und der Einnahme Sarajevos am 17. April 1941 hatte Hitler den Wunsch ge\u00e4ussert, die Platte als das f\u00fcr ihn einzig relevante Kriegssouvenir im besetzten Jugoslawien anl\u00e4sslich seines 52. Geburtstages am 20. April 1941 in der Befehlsstelle des Balkankrieges, das F\u00fchrerhauptquartier \u201eFr\u00fchlingssturm\u201c im sogenannten F\u00fchrersonderzug <em>Amerika<\/em>, unter Beisein der angereisten Wehrmachts- und NS-Parteiprominenz wie Wilhelm Keitel, Walther von Brauchitsch und Hermann G\u00f6ring zu \u00fcberreichen. Der Zug, der w\u00e4hrend der Balkanoffensive vor dem 2.500 Meter langen Grossen Hartbergtunnel gelegenen Bahnhof bei M\u00f6nichkirchen positioniert war, stand f\u00fcnfzig Kilometer vor der jugoslawischen Grenze entfernt. Die Zeremonie der \u00dcberreichung wurde von Hitlers pers\u00f6nlichen Fotografen Heinrich Hoffmann am 20. April 1941 festgehalten. Hoffmanns Fotografie wurde von Muharem Bazdulj im Fundus der Bayerischen Staatsbibliothek M\u00fcnchen f\u00fcr das Wochenmagazin Vreme ausfindig gemacht. Mit ihrer Ver\u00f6ffentlichung am 31. Oktober 2013 wurde diese als Sensationsfund gewertet. Adolf Hitler ist dabei im Salon des Zuges beim Betrachten der Gedenktafel Gavrilo Princips abgebildet.<\/p>\n<p>Einen Tag nach dem 6. Mai 1945, an dem Sarajevo durch die Tito-Partisanen befreit wurde, konnte am 7. Mai eine neue Gedenktafel an Stelle der ins Zeughaus Berlin verbrachten wiederangebracht werden. Auf dieser befand sich eine goldene Aufschrift, in der durch den noch immer andauernden Befreiungskrieg eine Konnotation zum Partisanenkrieg gebildet wurde: <em>U znak vje<\/em><em>\u010d<\/em><em>ite zahvalnosti Gavrilu Principu i njegovim drugovima borcima protiv germanskih osvaja<\/em><em>\u010d<\/em><em>a, posve<\/em><em>\u0107<\/em><em>uje ovu plo<\/em><em>\u010d<\/em><em>u omladina Bosne i Hercegovine <\/em><em>\u2013<\/em><em> Sarajevo 7. maja 1945. godine<\/em> (deutsch: Im Zeichen der ewigen Dankbarkeit an Gavrilo Princip und seinen k\u00e4mpfenden Freunden gegen die germanischen Eroberer, stiftet diese Tafel die Jugend von Bosnien und Herzegowina \u2013 Sarajevo 7. Mai 1945). Am 28. Juni 1952 wurde diese wiederum durch eine neue Tafel mit ver\u00e4nderter Botschaft ersetzt, diesmal wieder mit einer in kyrillischer Schrift verfassten Aufschrift, die auf den Freiheitswunsch der V\u00f6lker Jugoslawien bezug nimmt: <em>Sa ovoga mjesta 28. juna 1914. godine Gavrilo Princip svojim pucnjem izrazi narodni protest protiv tiranije i vjekovnu te\u017enju na\u0161ih naroda za slobodom<\/em> (deutsch: Von diesem Platz hatte am 28. Juni 1914 Gavrilo Princip mit seinen Sch\u00fcssen den Volksprotest gegen die Tyrannei und das Jahrhunderte w\u00e4hrende Streben unserer V\u00f6lker nach der Freiheit ausgedr\u00fcckt). Diese Platte wurde w\u00e4hrend des Bosnienkrieges 1992 zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>In Titos Jugoslawien wurden Princip und die Mlada-Bosna-Bewegung als \u201ejunge K\u00e4mpfer f\u00fcr die Freiheit und Unabh\u00e4ngigkeit der jugoslawischen V\u00f6lker\u201c verehrt und mit einem kleinen Museum in Sarajevo bedacht. Bosnische Kommunisten beschlossen am 7. Mai 1945 in der ersten Sitzung des USAOBiH (\u201eVereinigte Allianz der Antifaschistischen Jugend Bosnien-Herzegowinas\u201c), \u201eals Zeichen ewiger Dankbarkeit gegen Gavrilo Princip und seine Kameraden, K\u00e4mpfern gegen die germanischen Eroberer\u201c eine neue Gedenktafel zu errichten. Die Lateinerbr\u00fccke wurde in Gavrilo-Princip-Br\u00fccke umbenannt. An der Stelle, an der Princip w\u00e4hrend des Attentates gestanden haben soll, errichtete man eine Steinplatte mit Fussabdr\u00fccken, die w\u00e4hrend des Bosnienkrieges in den 1990er Jahren zerst\u00f6rt wurde. 1977 wurde eine Gedenktafel errichtet, die Princip als Nationalhelden darstellt.<\/p>\n<p>Nach dem Bosnienkrieg in den 1990er Jahren wurde die Princip-Br\u00fccke wieder in Lateinerbr\u00fccke umbenannt. Am Ort des Attentates befindet sich heute eine Gedenktafel mit einer neutralen Inschrift in bosnischer und englischer Sprache.<\/p>\n<\/div><\/div>[\/vc_column_text][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=\u201cvc_default\u201c el_id=\u201chintergrund-vorabend-julikrise\u201c][vc_column][vc_empty_space][vc_column_text]\n<h3><span style=\"color: #993300;\">DIE JULIKRISE<\/span><\/h3>\n<p>Die <b>Julikrise<\/b> war die Zuspitzung der Konfliktlage zwischen den f\u00fcnf europ\u00e4ischen Grossm\u00e4chten sowie Serbien, die auf die Ermordung des \u00f6sterreichischen Thronfolgers folgte und die zum Ersten Weltkrieg f\u00fchrte. Bis heute werden die Motive und Handlungsweisen aller beteiligten M\u00e4chte, Politiker und Diplomaten sowohl in der \u00d6ffentlichkeit als auch unter Historikern kontrovers diskutiert. Die jeweilige Antwort auf die Kriegsschuldfrage h\u00e4ngt entscheidend davon ab, wie die Ereignisse w\u00e4hrend der Julikrise bewertet werden.[\/vc_column_text][vc_empty_space][vc_single_image image=\u201c6978\u2033 img_size=\u201cfull\u201c el_class=\u201cborder\u201c][vc_empty_space height=\u201c5\u2033][vc_column_text]\n<\/p><h6>Das \u201eSarajevo-Ereignis\u201c bewegte Diplomaten und Regierungsmitglieder an allen europ\u00e4ischen H\u00f6fen. In wieweit deren formelle Regierungsoberh\u00e4upter, also die Kaiser und K\u00f6nige in die Entscheidfindung eingebunden wurden ist bis heute ein Streitpunkt unter Historikern.<\/h6>\n[\/vc_column_text][vc_empty_space][vc_column_text]Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau Sophie wurden am 28. Juni 1914 bei einem offiziellen Besuch in der bosnischen Hauptstadt Sarajewo von dem Sch\u00fcler Gavrilo Princip erschossen. Princip war Mitglied der nationalistischen Jugendbewegung Mlada Bosna. Er und seine Mitverschw\u00f6rer konnten schnell gefasst werden.\n<p>In Wien wurden die Auftraggeber des Doppelmords jedoch in Belgrad vermutet:<\/p>\n<p>\u201eEs erhellt aus den Aussagen und Gest\u00e4ndnissen der verbrecherischen Urheber des Attentates vom 28. Juni, dass der Mord von Sarajevo in Belgrad ausgeheckt wurde, dass die M\u00f6rder die Waffen und Bomben, mit denen sie ausgestattet waren, von serbischen Offizieren und Beamten erhielten, die der <em>Narodna Odbrana<\/em> angeh\u00f6rten, und dass schliesslich die Bef\u00f6rderung der Verbrecher und deren Waffen nach Bosnien von leitenden serbischen Grenzorganen veranstaltet und durchgef\u00fchrt wurde.\u201c<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90d9ce\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90d9ce\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Es konnten auch zwei Namen ermittelt werden: der des serbischen Offiziers Vojislav Tankositsch, der bereits an der Ermordung des serbischen K\u00f6nigs Aleksandar Obrenovi\u0107 beteiligt gewesen war, und der eines bei der serbischen Reichsbahn besch\u00e4ftigten Bosniers namens Milan Ciganovi\u0107. Von diesem vermutet der australische Historiker Christopher Clark, dass er ein V-Mann des serbischen Ministerpr\u00e4sidenten Nikola Pa\u0161i\u0107 innerhalb der konspirativen serbischen Offiziersorganisation Schwarze Hand war. Von der Existenz und Beteiligung der <em>Schwarzen Hand<\/em> wusste man 1914 allerdings noch nichts. Stattdessen sah man die <em>Narodna Odbrana<\/em> als Drahtzieher des Attentats. Klarheit bestand jedoch \u00fcber das Motiv der Attent\u00e4ter und ihrer etwaigen Hinterm\u00e4nner: Sie wollten \u00d6sterreich-Ungarn schw\u00e4chen und so langfristig einen Anschluss von Bosnien und Herzegowina an Serbien erreichen.<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Der serbischen Regierung wurde eine moralische Mitschuld gegeben, da sie Organisationen wie die <em>Nardodna Odbrana<\/em> gew\u00e4hren liess. Zu konkreten Verwicklungen allerdings schrieb der leitende Ermittler in Sarajewo, Sektionsrat Friedrich Wiesner, in seinem Bericht vom 13. Juli 1914 an das k.u.k. Aussenministerium:<\/p>\n<p>\u201eMitwissenschaft serbischer Regierung an der Leitung des Attentats oder dessen Vorbereitung und Beistellung der Waffen durch nichts erwiesen oder auch nur zu vermuten. Es bestehen vielmehr Anhaltspunkte, dies als ausgeschlossen anzusehen. Durch Aussagen Beschuldigter kaum anfechtbar festgestellt, dass Attentat in Belgrad beschlossen und unter Mitwirkung serbischen Staatsbeamten Ciganovi\u0107\u2018 und Major Tanko\u0161ic\u2018 vorbereitet, von welchen beiden Bomben, Brownings, Munition und Zyankali beigestellt.\u201c<\/p>\n<p>Nach dem Krieg vertrat Wiesner allerdings die These von einer Mitwisserschaft der serbischen Regierung.<\/p>\n<p>Der serbischen Regierung war bewusst, dass die Gefahr bestand, dass die Regierung \u00d6sterreich-Ungarns mit einem Milit\u00e4rschlag auf das Attentat reagieren w\u00fcrde Sie bedauerte deshalb offiziell die Ermordung des Thronfolgers, bestritt jegliche Verwicklung und wies darauf hin, dass alle T\u00e4ter aus dem von \u00d6sterreich-Ungarn annektierten Bosnien stammten und damit k.u.k. Untertanen seien.<\/p>\n<p>In Bosnien und Kroatien kam es zu heftigen antiserbischen Ausschreitungen. Diese wurden von der serbischen Presse zu massiven Anschuldigungen gegen \u00d6sterreich-Ungarn benutzt, was in einen regelrechten Pressekrieg zwischen Serbien und dem Habsburgerreich m\u00fcndete. In Wien sah man in den serbischen Verlautbarungen einen Beweis f\u00fcr eine serbische Mitschuld am Attentat. Serbien berief sich dagegen auf die im Lande verfassungsrechtlich garantierte Pressefreiheit und sah in der amtlich beeinflussten nationalistischen \u00f6sterreichisch-ungarischen Presse (besonders der konservativen \u201eReichspost\u201c) den wahren Problemherd.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3><strong>\u00d6sterreich-Ungarn<\/strong><\/h3>\n<p>In \u00d6sterreich-Ungarn dr\u00e4ngten hochrangige Milit\u00e4rs und Politiker wie der Chef des Generalstabs, Franz Conrad von H\u00f6tzendorf, der \u00f6sterreichische Ministerpr\u00e4sident Karl St\u00fcrgkh und Kriegsminister Alexander von Krobatin bereits seit Jahren auf ein milit\u00e4risches Vorgehen gegen Serbien. Sie glaubten, nur so der grossserbischen Bewegung beikommen zu k\u00f6nnen, die auf einen Anschluss aller s\u00fcdslawischen Gebiete des Habsburgerreichs an Serbien abzielte. Aussenminister Leopold Berchtold, Kaiser Franz Joseph I. und vor allem der nun ermordete Thronfolger Franz Ferdinand hatten sich diesen Pl\u00e4nen jedoch bislang widersetzt.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90d9d8\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90d9d8\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Nach dem Attentat forderte Conrad einen sofortigen Angriff gegen Serbien. Berchtold erwiderte, ein solcher Schritt m\u00fcsse gut vorbereitet werden. Am 1. Juli teilte er dann dem ungarischen Ministerpr\u00e4sidenten Istv\u00e1n Tisza mit, man habe sich im Ausw\u00e4rtigen Amt auf eine Abrechnung mit Serbien verst\u00e4ndigt. Tisza jedoch hielt den Augenblick f\u00fcr ung\u00fcnstig und protestierte mit einem Schreiben an Kaiser Franz Joseph. Dem ungarischen Ministerpr\u00e4sidenten ging es auch darum, zu verhindern, dass das prek\u00e4re Gleichgewicht der Doppelmonarchie durch eine eventuelle Annexion Serbiens gest\u00f6rt w\u00fcrde. Denn ein Zuwachs an slawischen Untertanen h\u00e4tte den Anh\u00e4ngern eines Trialismus Auftrieb geben und die Stellung Ungarns schw\u00e4chen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Conrads Plan eines schnellen und entscheidenden \u00dcberraschungsschlags war aber milit\u00e4risch f\u00fcr die k.u.k. Armee gar nicht durchf\u00fchrbar, da sie selbst bei einem begrenzten Krieg gegen Serbien eine Mobilmachungszeit von 16 Tagen hatte. Der Generalstabschef wollte damit nur den Kriegszustand erreichen und jegliches Einlenken von Seiten der Politik ausschliessen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>\u201eMission Hoyos\u201c und \u201eBlankoscheck<\/h3>\n<p>In einer Ministerrat-Sitzung am 2. Juli 1914 in Wien konnte noch keine Einigung mit Tisza erzielt werden, \u00a0aber man beschloss, Legationsrat Alexander Graf von Hoyos, den Kabinettschef und engsten Berater von Aussenminister Berchtold, als Gesandten nach Berlin zu schicken, um zu eruieren, ob es eine deutsche R\u00fcckendeckung f\u00fcr ein milit\u00e4risches Vorgehen g\u00e4be.<\/p>\n<p>Hoyos reiste am 5. Juli 1914 nach Berlin und hatte dort eine Unterredung mit Arthur Zimmermann, dem Unterstaatssekret\u00e4r im Ausw\u00e4rtigen Amt. Hoyos dr\u00e4ngte, der Habsburgermonarchie \u201ebei dieser Gelegenheit freie Hand gegen Serbien\u201c zu geben. Nach einer Unterredung mit dem \u00f6sterreichisch-ungarischen Botschafter Ladislaus von Sz\u00f6gy\u00e9ny-Marich stellte Kaiser Wilhelm II. dann den ber\u00fchmten \u201eBlankoscheck\u201c aus, den Reichskanzler Theobald von Bethmann Hollweg am 6. Juli best\u00e4tigte.\u00a0 In einem Telegramm sicherte er \u00d6sterreich-Ungarn bei einem Vorgehen gegen Serbien die volle und bedingungslose Unterst\u00fctzung des Reiches zu:<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90d9e1\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90d9e1\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>\u201eKaiser Franz Joseph k\u00f6nne sich aber darauf verlassen, dass S[eine] M[ajest\u00e4t] im Einklang [\u2026] und seiner alten Freundschaft treu an Seite \u00d6sterreich-Ungarns stehen werde.\u201c<\/p>\n<p>Inwieweit es sich von deutscher Seite jedoch tats\u00e4chlich um eine Blanko-Vollmacht handelte, ist strittig. W\u00e4hrend etwa Sebastian Haffner konstatiert, die Entscheidung f\u00fcr den Schlag gegen Serbien sei nicht in Wien, sondern am 5. Juli 1914 in Potsdam gefallen, und zwar ausdr\u00fccklich auch f\u00fcr den Fall, dass sich daraus \u201eernste europ\u00e4ische Komplikationen\u201c ergeben sollten, meint der Historiker Eric A. Leuer, dass der Krieg sehenden Auges vom k.u.k. Aussenministerium herbeigef\u00fchrt und billigend in Kauf genommen wurde. Dabei habe Wien nicht nur einen lokal begrenzten Krieg geplant, sondern die Verantwortlichen seien bereit gewesen, einen weite Teile Europas umfassenden Krieg auszul\u00f6sen, weil sie glaubten, dadurch den \u201eVielv\u00f6lkerstaat\u201c \u00d6sterreich-Ungarn wieder stabilisieren und somit retten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>[\/vc_column_text][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column width=\u201c1\/2\u2033][vc_single_image image=\u201c7140\u2033 img_size=\u201c600\u00d7800\u2033 alignment=\u201ccenter\u201c onclick=\u201clink_image\u201c css=\u201c.vc_custom_1597051467006{margin-bottom: 10px !important;}\u201c el_class=\u201cborder\u201c][vc_column_text]\n<\/p><h6><span class=\"mw-mmv-title\">Der \u201eBlankoscheck\u201c, das Telegramm des \u00f6sterreichisch-ungarischen Botschafters an Au\u00dfenminister Berchthold \u00fcber das Ergebnis der Hoyos-Mission.<\/span><\/h6>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][vc_column width=\u201c1\/2\u2033][vc_single_image image=\u201c7141\u2033 img_size=\u201c600\u00d7890\u2033 alignment=\u201ccenter\u201c onclick=\u201clink_image\u201c css=\u201c.vc_custom_1597051567649{margin-bottom: 10px !important;}\u201c el_class=\u201cborder\u201c][vc_column_text]\n<h6><b>Alexander Graf von Hoyos<\/b> (*\u00a0 1876 in Fiume v\u00e1ros, heute Rijeka; \u2020 1937 in Schwertberg, Ober\u00f6sterreich) war ein \u00f6sterreichisch-ungarischer Diplomat vor und w\u00e4hrend des Ersten Weltkrieges, der in der Julikrise eine bedeutende Rolle spielte. Insbesondere f\u00fchrte er die Mission Hoyos durch, deren Ergebnisse den Krieg gegen Serbien einleiteten.<\/h6>\n[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=\u201cvc_default\u201c][vc_column][vc_empty_space][vc_column_text]\n<h3>Eingreifen Russlands<\/h3>\n<p>Die Gefahr des \u00f6sterreichischen Vorgehens lag in einem Eingreifen Russlands, das sich als Schutzmacht Serbiens betrachtete. Bei einem (unprovozierten) Angriff Russlands gegen \u00d6sterreich-Ungarn aber musste laut Zweibund-Vertrag Deutschland dem B\u00fcndnispartner zur Hilfe kommen. Ein Krieg zwischen Russland und Deutschland wiederum bedeutete f\u00fcr Frankreich den B\u00fcndnisfall.<br>\nWie sehr die \u00f6sterreichisch-ungarischen Verantwortlichen mit einem russischen Eingreifen rechneten, ist in der Forschung umstritten. Aussenminister Berchtold schrieb am 25. Juli jedoch in einem vertraulichen Telegramm an seinen Botschafter in St. Petersburg Friedrich von Sz\u00e1p\u00e1ry:<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90da06\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90da06\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>\u201eIn dem Augenblicke, wo wir uns zu einem ernsten Vorgehen gegen Serbien entschlossen haben, sind wir uns nat\u00fcrlich auch der M\u00f6glichkeit eines sich aus der serbischen Differenz entwickelnden Zusammenstosses mit Russland bewusst gewesen. [\u2026] Wir konnten uns aber durch diese Eventualit\u00e4t nicht in unserer Stellungnahme gegen\u00fcber Serbien beirren lassen, weil grundlegende staatspolitische Considerationen uns vor die Notwendigkeit stellten, der Situation ein Ende zu machen, dass ein russischer Freibrief Serbien die dauernde, ungestrafte Bedrohung der Monarchie erm\u00f6gliche.\u201c <\/p><\/div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Pl\u00e4ne zur Aufteilung Serbiens<\/h3>\n<p>Dar\u00fcber, was mit Serbien nach einem Milit\u00e4rschlag geschehen solle, bestand zum Zeitpunkt der Hoyos-Mission noch keine Einigkeit. In einem Schreiben vom 2. Juli an Kaiser Wilhelm, das Hoyos im Rahmen seiner Mission \u00fcbergab, formulierte Kaiser Franz Joseph, Ziel seiner Regierung sei \u201edie Isolierung und Verkleinerung Serbiens\u201c. Dieser Staat sei \u201eAngelpunkt der panslawistischen Politik\u201c und m\u00fcsse daher \u201eals politischer Machtfaktor am Balkan ausgeschaltet\u201c werden. Hoyos pers\u00f6nlich sprach am 5. Juli gegen\u00fcber Zimmermann von einer \u201ev\u00f6lligen Aufteilung\u201c Serbiens, was Berchtold sp\u00e4ter nach dem Protest Tiszas als pers\u00f6nliche Meinung des Grafen darstellte.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90da28\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90da28\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>In einer Ministerratsitzung am 19. Juli 1914 verst\u00e4ndigen sich die k.u.k. Minister dann darauf, nach M\u00f6glichkeit kein serbisches Territorium zu annektieren, Serbien aber durch Abtretung grosser Gebiete an befreundete Balkanstaaten zu schw\u00e4chen. Ausserdem beschloss man, gegen\u00fcber anderen M\u00e4chten ein territoritales Desinteresse zu erkl\u00e4ren. \u00d6sterreichisch-ungarische Diplomaten in Sankt Petersburg und London betonten deshalb wiederholt, man habe keine Eroberungsabsichten. So liess Berchtold dem russischen Aussenminister Sergei Dmitrijewitsch Sasonow mitteilen:<\/p>\n<p>\u201edass wir bei unserer Aktion gegen Serbien keinerlei territorialen Erwerb beabsichtigen und auch die selbst\u00e4ndige Existenz des K\u00f6nigreiches ganz und gar nicht vernichten wollen. [\u2026] Die Monarchie ist territorial saturiert und tr\u00e4gt nach serbischem Besitz kein Verlangen. Wenn der Kampf mit Serbien uns aufgezwungen wird, so wird dies f\u00fcr uns kein Kampf um territorialen Gewinn, sondern lediglich ein Mittel der Selbstverteidigung und Selbsterhaltung sein.\u201c<\/p>\n<p>Allerdings wurden die \u00f6sterreichischen Pl\u00e4ne, Serbien zu verkleinern, durch Indiskretionen \u00f6sterreichisch-ungarischer Botschaftsmitarbeiter in London bekannt. Der deutsche Kanzler Bethmann Hollweg \u00e4usserte sich daraufhin emp\u00f6rt \u00fcber die \u201eunertr\u00e4gliche Zweideutigkeit\u201c Wiens hinsichtlich seiner Kriegsziele.<\/p>\n<p>Gegen\u00fcber der britischen Regierung liess die k.u.k Regierung am 29. Juli verlauten, sie k\u00f6nne nicht voraussehen, was sie nach einem siegreichen Krieg tun werde. Es sei aber nat\u00fcrlich, dass \u201ealle auf unser Desinteressement bez\u00fcglichen Erkl\u00e4rungen nur f\u00fcr den Fall gelten, dass der Krieg zwischen uns und Serbien lokalisiert bleibe\u201c. <\/p><\/div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Ultimatum an Serbien<\/h3>\n<p>Am 14. Juli konnten sich die k.u.k. Minister mit Tisza darauf verst\u00e4ndigen, Serbien nach einem geplanten franz\u00f6sischen Staatsbesuch in Russland ein auf 48 Stunden befristetes Ultimatum zu stellen, dessen Forderungen so scharf sein sollten, \u201edass mit der Wahrscheinlichkeit einer kriegerischen Auseinandersetzung gerechnet werden muss.\u201c Der deutsche Verb\u00fcndete wurde dar\u00fcber informiert und dr\u00e4ngte, dass das Ultimatum unannehmbar sein m\u00fcsse. Auch Berchtold hatte bereits am 7. Juli 1914 den k.u.k. Gesandten in Belgrad Wladimir Giesl instruiert: \u201eWie immer die Serben reagieren \u2013 Sie m\u00fcssen die Beziehungen abbrechen und abreisen; es muss zum Krieg kommen\u201c.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90da49\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90da49\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Das Ultimatum wurde dann am 23. Juli um 18 Uhr abends durch den Gesandten Giesl in Belgrad \u00fcbergeben. Es enthielt 10 Forderungen, u. a. Tankositsch und Ciganovic schnell festzunehmen, die <em>Narodna Odbrana<\/em> und \u00e4hnliche Vereine aufzul\u00f6sen, alle anti-\u00f6sterreichischen Publikationen zu verhindern und alle der anti-\u00f6sterreichischen Propaganda schuldigen Lehrer, Offiziere und Beamte zu entlassen. Am brisantesten waren aber die Punkte 5 und 6. Sie forderten,<\/p>\n<p>\u201e5. einzuwilligen, dass in Serbien Organe der k. u. k. Regierung bei der Unterdr\u00fcckung der gegen die territoriale Integrit\u00e4t der Monarchie gerichteten subversiven Bewegung mitwirken; 6. eine gerichtliche Untersuchung gegen jene Teilnehmer des Komplottes vom 28. Juni einzuleiten, die sich auf serbischem Territorium befinden; von der k. u. k. Regierung hiezu delegierte Organe werden an den diesbez\u00fcglichen Erhebungen teilnehmen;\u201c<\/p>\n<p>Die meisten Historiker gehen davon aus, dass das Ultimatum bewusst unannehmbar gefasst worden war und gar nicht angenommen werden sollte. So konstatiert etwa Manfried Rauchensteiner: <em>Einig war man dar\u00fcber, die Begehrnote an Serbien zum fr\u00fchestm\u00f6glichen Zeitpunkt abzusenden und sie so zu redigieren, dass sie von Belgrad abgelehnt werden musste<\/em>. Daf\u00fcr spricht auch, dass bereits am 25. Juli, d.h. einen Tag vor Ablauf der Frist des Ultimatums durch Baron Hold von Ferneck im k. u. k. Aussenministerium im Voraus eine ablehnende Antwort auf die Reaktion Serbiens erarbeitet wurde. Falls Serbien alle Bedingungen des Ultimatums annehme, dabei aber auch nur den leisesten Protest \u00e4ussere, sollte die Reaktion aus den folgenden Gr\u00fcnden als unzureichend beurteilt werden: 1.) Weil Serbien entgegen seiner 1909 eingegangenen Verpflichtung \u00d6sterreich-Ungarn gegen\u00fcber eine feindliche Haltung eingenommen habe, 2.) Weil es die Befugnis \u00d6sterreich-Ungarns, Serbien nach eigenem Ermessen zur Verantwortung zu ziehen, offensichtlich in Frage stelle, 3.) weil von einer inneren Umkehr Serbiens keine Rede sein k\u00f6nne, obwohl es mehrmals dazu ermahnt wurde, 4.) weil es Serbien offensichtlich an ehrlicher Absicht und Loyalit\u00e4t mangele, um die Bedingungen des Ultimatums zu erf\u00fcllen. Auch wenn Serbien alle Bedingungen ohne Widerrede annehme, so k\u00f6nne dennoch angemerkt werden, dass es die im Ultimatum geforderten Schritte weder unternommen noch \u00fcber sie informiert habe.<\/p>\n<p>Christopher Clark dagegen rechtfertigt das Ultimatum damit, dass Serbien entgegen der offiziellen Zusicherung niemals Ermittlungen gegen die Hinterm\u00e4nner des Attentats eingeleitet habe, die der Schwere der Tat angemessen gewesen seien. Die Ermittlungen seien eine Woche nach dem Attentat weitgehend abgeschlossen worden. Ausserdem habe es in der Geschichte schon weit gravierendere Forderungen gegeben, die nicht als unannehmbar gegolten h\u00e4tten, etwa jene, die die NATO Serbien 1999 im Vertrag von Rambouillet gestellt hat. Auch John Keegan sieht in der Forderung nach Ermittlungen durch k.u.k. Beh\u00f6rden nichts, was andere Nationen als Verletzung ihrer Grunds\u00e4tze h\u00e4tten betrachten m\u00fcssen, da Serbien \u2013 wie er wortw\u00f6rtlich ausf\u00fchrt \u2013 zu dieser Zeit in den Augen der internationalen Gemeinschaft fast den Status eines Schurken besass.<\/p>\n<p>Noch vor Ablauf der Serbien gesetzten Frist wurde am 25. Juli in Budapest der serbische Generalstabschef und Kriegsminister Radomir Putnik verhaftet, der sich auf der Durchreise von einer Kur im steirischen Bad Gleichenberg nach Serbien befand. Putnik wurde jedoch schnell wieder freigelassen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Deutsches Reich<\/h3>\n<p>Zu den umstrittensten Aspekten der Julikrise z\u00e4hlt seit langem die Einsch\u00e4tzung der Rolle der deutschen F\u00fchrung.<\/p>\n<p>Nach dem Attentat sind zun\u00e4chst keine Aktivit\u00e4ten oder Pl\u00e4ne dokumentiert. Am 3. Juli jedoch hatte der s\u00e4chsische Milit\u00e4rbeauftragte Traugott Leuckart von Weissdorf ein Gespr\u00e4ch mit dem Oberquartiermeister im Generalstab Georg von Waldersee. Leuckart berichtete hinterher seiner Regierung, Waldersee habe gesagt, es k\u00f6nne von heute auf morgen zum Krieg kommen. Nach Leuckarts Einsch\u00e4tzung w\u00fcrde der Generalstab einen Krieg auch begr\u00fcssen. Allerdings z\u00f6gere der Kaiser noch.<a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\"><\/a>[\/vc_column_text][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_single_image image=\u201c7060\u2033 img_size=\u201cfull\u201c][vc_empty_space height=\u201c5px\u201c][vc_column_text]\n<\/p><h6>So wirklich war man sich im Juli 1914 der drohenden Gefahr nicht bewusst. Zumindest lassen die Feriendestinationen der M\u00e4chtigen und deren Befehlshaber diesen Schluss zu. Kaiser Wilhelm weilte auf seiner Nordlandfahrt, sein Aussenminister befand sich auf Hochzeitsreise in der Zentralschweiz. Der Generalstabsschef verbrachte einen Kuraufenthalt im heute tschechischen Karlsbad und der Befehlshaber der kaiserlichen Marine weilte in Tarasp im schweizerischen Unterengadin. Franz Josef hielt sich, wie jeden Sommer in seiner Villa in Ischl im Salzkammergut auf.<\/h6>\n[\/vc_column_text][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=\u201cvc_default\u201c][vc_column][vc_column_text]\n<h3>Pr\u00e4ventivkriegspl\u00e4ne oder Lokalisierungsglauben?<\/h3>\n<p>Seit der Gr\u00fcndung der Triple Entente im Jahr 1907 f\u00fchlte sich Deutschland von seinen Gegnern zunehmend \u201eeingekreist\u201c. Vor allem der Generalstab sah eine existentielle, milit\u00e4rische Bedrohung und ging fest davon aus, dass die Aufr\u00fcstung von Russland und Frankreich dazu dienen sollte, ungef\u00e4hr 1916 einen Krieg vom Zaun zu brechen. Zu diesem Zeitpunkt glaubte Generalstabschef Moltke aber, einen Krieg nicht mehr gewinnen zu k\u00f6nnen. Deshalb dr\u00e4ngte er bereits seit 1908 auf einen Pr\u00e4ventivkrieg zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt. Im so genannten Kriegsrat vom 8. Dezember 1912\u00a0 diskutierte Wilhelm II. dann mit den Spitzen des Milit\u00e4rs, ob die durch den Ersten Balkankrieg entstandene Krise dazu genutzt werden solle, einen solchen Krieg herbeizuf\u00fchren. Da der Leiter des Reichsmarineamtes Admiral Tirpitz sich aber noch nicht ausreichend ger\u00fcstet sah, nahm man von dem Plan Abstand. Der Generalstab warnte die Regierung jedoch weiter eindringlich vor der, seiner Meinung nach, immer brisanter werdenden milit\u00e4rischen Lage, zuletzt in einem Memorandum vom 15. Mai 1914. Zahlreiche Historiker sind der Meinung, dass das Attentat von Sarajevo vom Generalstab als \u201egoldene Gelegenheit\u201c f\u00fcr einen Krieg begr\u00fcsst wurde.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90da55\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90da55\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Als am 5. Juli der \u201eBlanko-Scheck\u201c ausgestellt wurde, gingen jedoch offenbar die meisten Beteiligten auf deutscher Seite davon aus, dass Russland in einen \u00f6sterreichisch-serbischen Krieg nicht eingreifen w\u00fcrde. Hans von Plessen, der Generaladjutant Wilhelms II., notierte nach einem Gespr\u00e4ch mit dem Kaiser, Kriegsminister Erich von Falkenhayn und Moriz von Lyncker, dem Chef des kaiserlichen Milit\u00e4rkabinetts in sein Tagebuch:<\/p>\n<p>\u201eBei uns herrscht die Ansicht, dass die \u00d6sterreicher je fr\u00fcher, je besser gegen Serbien losgehen und dass die Russen \u2013 obwohl Freunde Serbiens \u2013 doch nicht mitmachen.\u201c<\/p>\n<p>Kriegsminister Falkenhayn dagegen schrieb in einem Brief an den in Karlsbad zur Kur weilenden Generalstabschef Moltke, sowohl er wie Kanzler Bethmann Hollweg seien der Ansicht, dass sich \u00d6sterreich letztendlich doch nicht zu einem ernsten Schritt aufraffen werde. Der stellvertretende Leiter des Ausw\u00e4rtigen Amtes, Arthur Zimmermann, allerdings soll in der Unterredung mit Hoyos von \u201e90 Prozent Wahrscheinlichkeit\u201c gesprochen haben, dass ein grosser Krieg komme. Trotzdem, so \u00e4usserte er sich sp\u00e4ter gegen\u00fcber Vertrauten, habe er den z\u00f6gernden Kanzler zur Best\u00e4tigung des Blanko-Schecks gedr\u00e4ngt.. Und in den Tagebuchaufzeichnungen von Kurt Riezler, dem engsten Vertrauten von Reichskanzler Bethmann Hollweg, heisst es am 8. Juli:<\/p>\n<p>\u201eEine Aktion gegen Serbien kann zum Weltkrieg f\u00fchren. Der Kanzler erwartet von einem Krieg, wie er auch ausgeht, eine Umw\u00e4lzung alles Bestehenden [\u2026]. Kommt der Krieg aus dem Osten, so dass wir also f\u00fcr Oesterreich-Ungarn und nicht Oest[erreich]-Ungarn f\u00fcr uns zu Felde zieht, so haben wir Aussicht, ihn zu gewinnen. Kommt der Krieg nicht, will der Zar nicht oder r\u00e4t das best\u00fcrzte Frankreich zum Frieden, so haben wir doch noch Aussicht, die Entente \u00fcber diese Aktion auseinander-zumanoeuvrieren.\u201c<\/p>\n<p>Gegen Ende des Krieges gestand Bethmann Hollweg selber: \u201eIn gewissem Sinne war es ein Pr\u00e4ventivkrieg\u201c.<\/p>\n<p>Diese widerspr\u00fcchliche Quellenlage ist ein Hauptgrund f\u00fcr die bis heute anhaltende Forschungsdebatte. Fritz Fischer ging davon aus, dass die politische F\u00fchrung Deutschlands 1914 gezielt einen europ\u00e4ischen Krieg herbeif\u00fchren wollte und damit einen <em>Griff nach der Weltmacht<\/em> tun. Egmont Zechlin dagegen vertrat die Meinung, dass die deutsche Politik zwar bewusst das Risiko eines Weltkrieges in Kauf genommen habe, jedoch nicht, um Weltmachtspl\u00e4ne zu realisieren, sondern um einem als sicher angenommenen baldigen Angriff Russlands und Frankreich zu einem \u201eg\u00fcnstigeren Zeitpunkt\u201c zuvorzukommen. Er meint, die deutschen Politiker h\u00e4tten vielfach den g\u00e4ngigen begrenzten \u201eKabinettskrieg\u201c erwartet, die Entente habe jedoch mit einem \u201eHegemonialkrieg\u201c geantwortet. Da Bethmann Hollweg mit einem solchen \u201eAusk\u00e4mpfen\u201c nicht gerechnet habe, habe er den europ\u00e4ischen Krieg als tragbares Risiko betrachtet. Auch andere Forscher sehen die Angst vor der steigenden Macht Russlands als zentrales Motiv der deutschen Politik. Obwohl auch die St\u00e4rke Deutschlands immer mehr zunahm, hielten demnach der \u201efatalistische\u201c Bethmann Hollweg, der \u201eselbstzweifelnde\u201c Moltke und der \u201elabile\u201c Wilhelm, mit seinen \u00c4ngsten vor Sozialismus, \u201eGelber Gefahr\u201c und \u201eSlawischer Flut\u201c, die Zeit f\u00fcr die \u201eletzte Abrechnung\u201c gekommen. Christopher Clark dagegen geht davon aus, dass die gesamte deutsche F\u00fchrung das Risiko f\u00fcr ein Eingreifen Russlands als minimal eingesch\u00e4tzt habe, als der Blanko-Scheck ausgestellt wurde. L\u00fcder Meyer-Arndt glaubt, dass sich die deutschen Politiker an die \u201eun\u00fcberlegte Erkl\u00e4rung\u201c Kaiser Wilhelms gebunden f\u00fchlten, was ihnen in der Folge die Handlungsfreiheit genommen habe.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Die Vorbereitung des Ultimatums<\/h3>\n<p>Am 6. Juli trat der Kaiser seine geplante Urlaubreise nach Norwegen an. Ob man nur die \u00d6ffentlichkeit durch eine Absage nicht beunruhigen wollte, ob es sich um eine bewusste T\u00e4uschung \u00fcber den Ernst der Lage handelte oder ob Bethmann Hollweg vor allem den unberechenbaren Kaiser aus dem Weg haben wollte, ist umstritten. Auch zahlreiche andere Politiker und Milit\u00e4rs traten ihre Urlaube an. Daf\u00fcr kam Gottlieb von Jagow, der Staatssekret\u00e4r im Ausw\u00e4rtigen Amt am 8. Juli von seiner Hochzeitsreise zur\u00fcck. In der Folge \u00fcbernahm das Aussenministerium die Federf\u00fchrung der Politik. Allerdings waren sowohl Bethmann Hollweg auf seinem Landgut in Hohenfinow wie Georg von Waldersee auf Schloss Ivenack telegraphisch erreichbar und kamen beide w\u00e4hrend der n\u00e4chsten zweieinhalb Wochen mehrmals nach Berlin. Auch der Kaiser hatte auf seiner Jacht <em>Hohenzollern<\/em> eine Funkanlage und wurde \u2013 allerdings selektiv \u2013 auf dem Laufenden gehalten.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90da76\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90da76\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>In den Gespr\u00e4chen mit Hoyos und Sz\u00f6gy\u00e9ny-Marich am 5. und 6. Juli hatten sich sowohl der Kaiser, wie Zimmermann und Bethmann Hollweg f\u00fcr ein m\u00f6glichst schnelles Fait accompli ausgesprochen. In der Folge dr\u00e4ngten die deutschen Politiker in Wien wiederholt, m\u00f6glichst rasch zu handeln und das geplante Ultimatum unannehmbar abzufassen. So erkl\u00e4rte der deutsche Botschafter in Wien, Heinrich von Tschirschky, k.u.k. Aussenminister Berchtold, Kaiser Wilhelm habe ihn angewiesen, \u201ehier mit allem Nachdruck zu erkl\u00e4ren, dass man in Berlin eine Aktion gegen Serbien erwarte und dass es in Deutschland nicht verstanden w\u00fcrde, wenn wir die gegebene Gelegenheit vor\u00fcbergehen liessen, ohne einen Schlag zu f\u00fchren.\u201c Ein weiteres \u201eTransigieren\u201c (Verhandeln) mit Serbien, so interpretierte Berchtold, w\u00fcrde in Deutschland als Schw\u00e4chebekenntnis ausgelegt.<\/p>\n<p>Inwieweit bereits Vorbereitungen f\u00fcr einen grossen Krieg getroffen wurden, ist umstritten. Fritz Fischer ging davon aus, dass die Ministerrunden in Berlin am 10., 15. und 18. Juli der Kriegsvorbereitung dienten. Waldersee erkl\u00e4rte am 17. Juli:<\/p>\n<p>\u201eWir sind hier im Generalstabe fertig.\u201c<\/p>\n<p>Am 22. Juli wurde die deutsche Regierung von Wien \u00fcber den genauen Wortlaut des Ultimatums informiert. Offiziell aber beharrte sie w\u00e4hrend der gesamten Krise darauf, die \u00f6sterreichisch-ungarischen Pl\u00e4ne nicht gekannt zu haben.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Russland<\/h3>\n<p>Die russische Politik war bereits seit der Mitte des 19. Jahrhunderts von dem Bestreben gepr\u00e4gt, eine m\u00f6glichst grosse Kontrolle \u00fcber den Balkan und damit \u00fcber die f\u00fcr den russischen Handel immens wichtigen t\u00fcrkischen Meerengen Bosporus und Dardanellen zu bekommen. Seit dem Ende des Zweiten Balkankrieges im August 1913 war jedoch Serbien als einziger Verb\u00fcndeter auf dem Balkan geblieben.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90da81\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90da81\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Nach dem Attentat von Sarajewo rechnete man in St. Petersburg von Anfang an mit einer \u201eStrafaktion\u201c \u00d6sterreichs gegen Serbien. Bereits am 7. Juli lancierte deshalb die russische Botschaft in Wien eine Zeitungsmeldung, in der es hiess, man werde nicht protestieren, wenn \u00d6sterreich eine Untersuchung in Belgrad verlange, einer Beeintr\u00e4chtigung der politischen Selbstst\u00e4ndigkeit Serbiens aber nicht zusehen. Am 16. Juli und 18. Juli erfolgten \u00e4hnliche Warnungen an die Regierung in Wien.<\/p>\n<p>Um den 17. Juli herum erfuhr man in St. Petersburg aus verschiedenen Quellen, dass \u00d6sterreich ein \u201escharfes\u201c Ultimatum plante. Vom 20. bis 23. Juli stand dann ein lange geplanter Staatsbesuch des franz\u00f6sischen Verb\u00fcndeten an. \u00dcber den Inhalt ihrer Gespr\u00e4che mit der russischen Regierung gibt es keine offiziellen Protokolle. Christopher Clark hat jedoch zahlreiche inoffizielle Dokumente ausgewertet, die darauf schliessen lassen, dass die franz\u00f6sische Seite ein \u201efestes Zusammenstehen\u201c in der kommenden Krise forderte. Aus dem Abschluss-Kommuniqu\u00e9 des Besuches geht ebenfalls \u201edie volle Entschlossenheit der franz\u00f6sischen Regierung\u201c hervor, B\u00fcndnistreue zu wahren und gemeinsam mit den Russen zu handeln.<\/p>\n<p>Auch die russische F\u00fchrung scheint entschlossen gewesen zu sein, keine weitere diplomatische Dem\u00fctigung wie in der bosnischen Annexionskrise 1908 und keine Schw\u00e4chung ihrer Position auf dem Balkan mehr hinzunehmen. Die Verantwortlichen f\u00fcrchteten vermutlich auch eine Revolution f\u00fcr den Fall, dass sie das \u201eslawische Brudervolk\u201c im Stich liessen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Frankreich<\/h3>\n<p>Die franz\u00f6sische Staatsregierung scheint nach dem Attentat zun\u00e4chst nicht mit gef\u00e4hrlichen politischen Folgen gerechnet zu haben. Ausschlaggebend war wohl die Einsch\u00e4tzung des erfahrenen Botschafters in London, Paul Cambon, der meinte, \u00d6sterreich-Ungarn werde Serbien mit Sicherheit nicht f\u00fcr eine Untat verantwortlich machen, die von k.u.k. Untertanen begangen worden sei. Dies \u00e4nderte sich schlagartig, als Pr\u00e4sident Raymond Poincar\u00e9 sowie Ministerpr\u00e4sident und Aussenminister Ren\u00e9 Viviani w\u00e4hrend des Staatsbesuchs in Sankt Petersburg erfuhren, dass Wien offenbar ein \u201escharfes\u201c Ultimatum plante. Poincar\u00e9 erkl\u00e4rte daraufhin, Frankreich w\u00fcrde seine B\u00fcndnisverpflichtungen im Falle eines Krieges einl\u00f6sen. Diese Zusage wird oft als \u201ezweiter Blanko-Scheck\u201c bezeichnet.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90da8b\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90da8b\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Der Historiker Stefan Schmidt weist in seiner auf neu erschlossenen franz\u00f6sischen Quellen basierenden Arbeit darauf hin, dass neben dem Wunsch nach Rache f\u00fcr die Niederlage von 1870\/71 und der R\u00fcckholung Elsass-Lothringens macht- und b\u00fcndnispolitische \u00dcberlegungen einen hohen Einfluss auf die Denkweise der franz\u00f6sischen F\u00fchrung aus\u00fcbten. Es galt einerseits, das Ansehen Frankreichs als Grossmacht zu wahren. Andererseits kannte und f\u00fcrchtete man die deutschen Pr\u00e4ventivkriegs\u00fcberlegungen. Deshalb hatte das B\u00fcndnis mit Russland aussenpolitisch gr\u00f6sste Priorit\u00e4t. Allerdings liess die wachsende Milit\u00e4rmacht des Zarenreichs bei der franz\u00f6sischen F\u00fchrung auch die Angst aufkommen, der Verb\u00fcndete k\u00f6nne sich bei einem Konflikt mit Deutschland, der nur franz\u00f6sische Interessen tangiere, vor seinen B\u00fcndnisverpflichtungen dr\u00fccken. So entschieden sich Poincar\u00e9 und Maurice Pal\u00e9ologue, der franz\u00f6sische Botschafter in Sankt Petersburg, Russland die unbedingte Unterst\u00fctzung Frankreichs zuzusichern, verlangten im Gegenzug aber im Falle eines Krieges einen schnellen russischen Angriff auf Ostpreussen, um den deutschen Schlieffen-Plan zu unterlaufen. Diese franz\u00f6sische Politik der \u201efermet\u00e9\u201c, der St\u00e4rke und Festigkeit, war darauf gerichtet, den deutsch-\u00f6sterreichischen Zweibund entweder von einem Krieg gegen Serbien abzuschrecken, oder einen gesamteurop\u00e4ischen Krieg, falls er denn k\u00e4me, erfolgreich zu f\u00fchren: <em>Denn war es einerseits in innen- und aussenpolitischer Hinsicht erforderlich, das Deutsche Reich mit der Kriegsschuld zu belasten und ihm im Zuge eines kalkulierten Man\u00f6vers die Initiative im Rekurs auf die milit\u00e4rischen Machtmittel zu \u00fcberlassen, so galt es andererseits sicherzustellen, dass Russland zu einem umgehenden und uneingeschr\u00e4nkten Angriff auf das Deutsche Reich schritt<\/em>, res\u00fcmiert Stefan Schmidt. <\/p><\/div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Grossbritannien<\/h3>\n<p>Grossbritannien war mit Frankreich und Russland seit 1907 in der Triple Entente verbunden. Der Vertrag enthielt jedoch keine B\u00fcndnisverpflichtungen im Kriegsfall. Allerdings hatte die Regierung mit Frankreich ein geheimes Marine-Abkommen geschlossen. Dies sah vor, dass die gesamte franz\u00f6sische Flotte im Mittelmeer stationiert war. Im Gegenzug versprach Grossbritannien den Schutz der franz\u00f6sischen Kanal- und Atlantikk\u00fcste. Im Sommer 1914 war es ein Hauptinteresse der britischen Politik, mit Russland in gutem Einvernehmen zu bleiben, um ein Aufbrechen von Konflikten im Nahen und Mittleren Osten zu verhindern.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90da94\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90da94\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Die deutsche Regierung jedoch machte sich aufgrund verbesserter Beziehungen zu Grossbritannien im Jahr 1914 Hoffnung, dass dies seinen Entente-Partnern im Konfliktfall nicht beispringen w\u00fcrde. In wieweit das Vertrauen auf eine britische Neutralit\u00e4t die Politik der deutschen Reichsleitung in der Julikrise bestimmte, ist unter Historikern nach wie vor umstritten. W\u00e4hrend etwa Fritz Fischer davon ausging, dass das gesamte Kalk\u00fcl der deutschen Regierung in der Julikrise auf einer englischen Neutralit\u00e4t im Kriegsfall beruhte, verweisen andere wie etwa Gerd Krumeich auf britisch-russische Gespr\u00e4che \u00fcber eine Marinekonvention im Fr\u00fchsommer 1914. Die deutsche Regierung hatte \u00fcber einen Spion davon Wind bekommen. Als die britische Regierung auf Nachfrage verneinte, dass es \u00fcberhaupt Gespr\u00e4che gebe, sei das \u201eWasser auf die M\u00fchlen der Einkreisungsphobie der deutschen Regierung\u201c gewesen.<\/p>\n<p>Am 6. Juli jedenfalls suchte der deutsche Botschafter in London, Karl Max von Lichnowsky den britischen Aussenminister Grey auf und \u00e4usserte \u201eprivatim\u201c, seine Bef\u00fcrchtung, dass die k.u.k. Regierung eventuell aufgrund der serbenfeindlichen Stimmung im Land milit\u00e4risch gegen Serbien vorgehen werde und dass aufgrund der russischen R\u00fcstungen und der Marine-Gespr\u00e4che die deutsche Regierung zu der Auffassung kommen k\u00f6nne, \u201edass es darum besser w\u00e4re, \u00d6sterreich nicht zur\u00fcckzuhalten und das \u00dcbel lieber jetzt als sp\u00e4ter herankommen zu lassen.\u201c Grey versuchte daraufhin, Lichnowsky zu beschwichtigen, dass es keine Anzeichen g\u00e4be, dass \u201edie Russen hinsichtlich Deutschlands besorgt, gereizt oder feindselig gesinnt seien.\u201c \u00dcber etwaige Entwicklungen in \u00d6sterreich-Ungarn sei aber auch er besorgt und werde, wenn Verwicklungen entst\u00fcnden, \u201eallen mir zu Gebote stehenden Einfluss auf bieten, um Schwierigkeiten zu verringern und aus dem Wege zu r\u00e4umen.\u201c Zwei Tage sp\u00e4ter erkl\u00e4rte Grey dem russischen Botschafter in London, Alexander Konstantinowitsch Benckendorff, \u201ees w\u00e4re sehr w\u00fcnschenswert, wenn die russische Regierung \u2026 alles in ihrer Macht tun wollte, um Deutschland zu beruhigen und es zu \u00fcberzeugen, dass kein Coup gegen es vorbereitet werde\u201c.<\/p>\n<p>Als in den n\u00e4chsten Wochen der britische Botschafter in Wien, Maurice de Bunsen, mehrmals warnte, dass \u00d6sterreich eine Dem\u00fctigung Serbiens beabsichtige und Russland, laut seinem Botschafter in Wien, Nikolai Schebeko, Serbien im Kriegsfall beistehen werde, f\u00fchrte dies im britischen Aussenministerium jedoch zu wenig Aufregung. In einem Gespr\u00e4ch mit Paul Cambon erkl\u00e4rte Grey, er vertraue darauf, dass Deutschland m\u00e4ssigend auf seinen B\u00fcndnispartner einwirken werde.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Italien<\/h3>\n<p>Das K\u00f6nigreich Italien war durch den Dreibund von 1882 verpflichtet, seinen B\u00fcndnispartnern \u00d6sterreich-Ungarn und Deutschland beim Angriff zweier anderer M\u00e4chte oder bei einem unprovozierten Angriff Frankreichs auf ein Mitglied beizustehen.<\/p>\n<p>Berchtold unterliess es jedoch absichtlich, Italien und das 1883 dem Dreibund beigetretene Rum\u00e4nien von der beabsichtigten Aktion gegen Serbien zu unterrichten, da er voraussah, dass diese ihre Zustimmung nur gegen Kompensationen geben w\u00fcrden. Aber bereits am 14. Juli liess der italienische Aussenminister verlauten,<\/p>\n<p>\u201eunsere ganze Politik muss darauf gerichtet sein, [\u2026] jede territoriale Vergr\u00f6sserung \u00d6sterreichs zu verhindern, wenn diese nicht durch eine angemessene territoriale Entsch\u00e4digung Italiens ausgeglichen wird.\u201c<\/p>\n<p>Die italienische Regierung machte dann auch keinerlei Vermittlungsversuche, sondern verfolgte in erster Linie die Frage m\u00f6glicher Kompensationen im Falle einer Annexion Serbiens durch \u00d6sterreich-Ungarn.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Die Reaktionen auf das Ultimatum<\/h3>\n<p>Das \u00f6sterreichisch-ungarische Ultimatum an Serbien wurde von den M\u00e4chten der Triple-Entente als Angriff auf die Souver\u00e4nit\u00e4t Serbiens angesehen. Der britische Aussenminister Edward Grey etwa bezeichnete es als <em>br\u00fcsk, unvermittelt und herrisch<\/em>\u00a0 und erkl\u00e4rte gegen\u00fcber dem deutschen Botschafter Lichnowsky, es \u00fcbertr\u00e4fe alles, was er bisher in dieser Art jemals gesehen habe. Er regte an, dass Deutschland und England sich in Wien zusammen f\u00fcr eine Verl\u00e4ngerung der Frist einsetzen sollten. Ausserdem schlug er vor, dass, falls sich gef\u00e4hrliche Spannungen zwischen \u00d6sterreich-Ungarn und Russland erg\u00e4ben, die vier nicht unmittelbar beteiligten M\u00e4chte England, Deutschland, Frankreich und Italien die Vermittlung \u00fcbernehmen sollten.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90da9e\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90da9e\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Der russische Aussenminister Sasonow meinte, die harten Forderungen st\u00fcnden in keinem Verh\u00e4ltnis zu den Vers\u00e4umnissen, die Serbiens Regierung vielleicht angelastet werden k\u00f6nnten. Die Zerst\u00f6rung Serbiens und des Gleichgewichts auf dem Balkan m\u00fcsse verhindert werden. Der russische Ministerrat, der Kronrat und der Zar beschlossen daher bereits am 24. und 25. Juli f\u00fcr den Fall einer \u00f6sterreichischen Kriegserkl\u00e4rung an Serbien eine Mobilmachung der Milit\u00e4rbezirke Odessa, Kiew, Kasan und Moskau. An Serbien gab der Ministerrat am 24. Juli ein benachrichtigendes Memorandum heraus, wonach sich Russland bei den europ\u00e4ischen Grossm\u00e4chten f\u00fcr eine Fristverl\u00e4ngerung des Ultimatums einsetzen werde, um \u201eeine eingehende Untersuchung des Attentats von Sarajevo\u201c zu erm\u00f6glichen. Aus dem Memorandum geht weiter hervor, dass Russland seine Finanzmittel aus Deutschland und \u00d6sterreich abziehen und im Falle eines \u00f6sterreichisch-ungarischen Angriffes auf Serbien nicht unt\u00e4tig bleiben werde.<\/p>\n<p>Am Abend des 25. Juli um 17.55 Uhr \u00fcberreichte Serbien, das bereits seit 15.00 Uhr die Generalmobilmachung in Kraft gesetzt hatte, eine Antwort auf das \u00f6sterreichisch-ungarische Ultimatum. Darin versprach es, die meisten Punkte zu erf\u00fcllen, wies aber die Teilnahme von k.u.k. Beamten bei Untersuchungen in Serbien zur\u00fcck:<\/p>\n<p>\u201eDie k\u00f6nigliche Regierung h\u00e4lt es selbstverst\u00e4ndlich f\u00fcr ihre Pflicht, gegen alle jene Personen eine Untersuchung einzuleiten, die an dem Komplotte vom 15.\/28. Juni beteiligt waren oder beteiligt gewesen sein sollen, und die sich auf ihrem Gebiete befinden. Was die Mitwirkung von hierzu speziell delegierten Organen der k.u.k. Regierung an dieser Untersuchung anbelangt, so kann sie eine solche nicht annehmen, da dies eine Verletzung der Verfassung und des Strafprozessgesetzes w\u00e4re. Doch k\u00f6nnte den \u00f6sterreichisch-ungarischen Organen in einzelnen F\u00e4llen Mitteilung von dem Ergebnisse der Untersuchung gemacht werden.\u201c<\/p>\n<p>Die Antwort wurde von den Entente-M\u00e4chten als weitgehendes Entgegenkommen gewertet, von \u00d6sterreich-Ungarn aber als \u201eungen\u00fcgend\u201c und \u201evom Geist der Unaufrichtigkeit erf\u00fcllt\u201c zur\u00fcckgewiesen. Die deutsche Regierung unterst\u00fctzte diese Sichtweise. Sie wies alle Vermittlungsversuche mit der Begr\u00fcndung zur\u00fcck, dass man \u00d6sterreich-Ungarn wegen seines Konfliktes mit Serbien nicht vor ein europ\u00e4isches Gericht ziehen k\u00f6nne.<\/p>\n<p>Der am 27. Juli aus dem Urlaub zur\u00fcckgekehrte Kaiser Wilhelm II. allerdings sah in der serbischen Antwort eine \u201eKapitulation dem\u00fctigster Art\u201c, mit der jeder Grund zum Krieg entfalle. Wilhelm schlug vor, dass \u00d6sterreich lediglich Belgrad als \u201eFaustpfand\u201c besetzen solle, um die Durchsetzung seiner Forderungen zu erzwingen. Diese Anregung reichte die deutsche Regierung jedoch nur verz\u00f6gert und verst\u00fcmmelt nach Wien weiter. Einen ganz \u00e4hnlichen Vorschlag machte dann der britische Aussenminister Grey am 29. Juli. Er meinte, \u00d6sterreich solle nach einer Besetzung Belgrads seine Bedingungen bekannt geben, \u00fcber die verhandelt werden k\u00f6nne. Dieser Vorschlag wurde am 30. Juli von der deutschen Regierung an \u00d6sterreich-Ungarn weitergeleitet, dort jedoch zur\u00fcckgewiesen. Auch der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Poincar\u00e9 lehnte ihn ab, so dass der franz\u00f6sische Ministerpr\u00e4sident Viviani ihn nicht weiter unterst\u00fctzte.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend viele Historiker die \u00f6sterreichisch-ungarische Weigerung, auf diesen Vorschlag einzugehen, als Fehler sehen, h\u00e4lt Christopher Clark die englischen Vermittlungsvorschl\u00e4ge f\u00fcr unrealistisch, da sie \u00d6sterreich-Ungarn entweder keine wirklichen Vorteile gebracht h\u00e4tten oder gegen\u00fcber Frankreich und vor allem Russland nicht durchsetzbar gewesen seien.<\/p>\n<\/div><\/div>[\/vc_column_text][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column][vc_column_text]\n<h3>Vom \u00f6sterreichisch-serbischen zum grossen europ\u00e4ischen Krieg<\/h3>\n<p>Noch w\u00e4hrend der laufenden Vermittlungsbem\u00fchungen erkl\u00e4rte \u00d6sterreich am 28. Juli Serbien den Krieg, denn Graf Berchtold wollte jedem Interventionsversuch den Boden entziehen und vollendete Tatsachen schaffen. Um die Unterschrift von Kaiser Franz Josef unter die Kriegserkl\u00e4rung zur erhalten, erw\u00e4hnte er einen serbischen Angriff bei Temes Kubin, der aber wohl nie stattgefunden hat. Die eigentlichen Kriegshandlungen begannen vermutlich mit einer Beschiessung Belgrads am 29. Juli wenige Minuten vor ein Uhr morgens durch das DDSG Schiff \u201cInn\u201d und mehrere k.u.k. Monitore.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90daaa\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90daaa\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>Die am Semliner Ufer versammelten Zuschauer glaubten schon an eine Beendigung dieses Zwischenfalls, da sprengten kurz darauf die Serben um zwei Uhr fr\u00fch einzelne Felder der Eisenbahnbr\u00fccke zwischen Belgrad und Semlin und die k.u.k. Haubitzenbatterie auf der Semliner Seite er\u00f6ffnete das Feuer. Zu diesem Zeitpunkt war Belgrad schon teilweise evakuiert. Der von Conrad von H\u00f6tzendorf lange geplante massive Beschuss Belgrads durch Artillerie und die k.u.k. Donauflottille hatte damit begonnen. Obwohl er milit\u00e4risch bedeutungslos war, entfaltete er aber politische Wirkung, da \u00d6sterreich-Ungarn nun alle Vermittlungsversuche als \u201ezu sp\u00e4t gekommen\u201c zur\u00fcck wies.<\/p>\n<p>Russland antwortete am 29. Juli mit der Teilmobilmachung. Aussenminister Sasanow versicherte dem deutschen Botschafter Pourtal\u00e8s, dass sich diese Mobilmachung nur gegen \u00d6sterreich-Ungarn richte und es keine Massnahmen gegen Deutschland gebe. U. a. die neuen Forschungen von Christopher Clark zeigen jedoch, dass durchaus schon umfangreiche Vorbereitungsmassnahmen in den zu Deutschland hin gelegenen Milit\u00e4rbezirken im Gange waren. Gleichzeitig bem\u00fchte sich Sasanow aber um eine friedliche L\u00f6sung unter der Bedingung, dass diese nicht gegen die Souver\u00e4nit\u00e4t und territoriale Integrit\u00e4t Serbiens gerichtet sei. Berchtolds Erkl\u00e4rung vom 28. Juli 1914, <em>Russland habe nach Erhalt seiner Zusicherung, dass \u00d6sterreich keinen Gebietserwerb anstrebe, kein Recht zur Einmischung<\/em>, blieb wirkungslos, weil Sasonow die \u201eHerabdr\u00fcckung\u201c Serbiens zu einem \u00f6sterreichischen \u201eSatellitenstaat\u201c bef\u00fcrchtete.<\/p>\n<p>Einige Historiker wie Sean McMeekin oder auch Christopher Clark interpretieren die russische Mobilmachung als Kriegsentschluss. Diese Annahme ist jedoch nicht zwingend. Es k\u00f6nnte sich genauso gut um ein Drohszenario oder eine reine Vorsichtsmassnahme gehandelt haben, da Russland eine Mobilmachungszeit von mehreren Wochen hatte.<\/p>\n<p>Die franz\u00f6sische Regierung war wegen der Heimreise von St. Petersburg erst am 29. Juli wieder voll handlungsf\u00e4hig und erhielt in der Nacht zum 30. Juli die Nachricht von der russischen Teilmobilmachung. Sie bat den Verb\u00fcndeten, m\u00f6glichst wenig offen und herausfordernd zu agieren, um keine deutsche Mobilmachung zu provozieren. W\u00e4hrend aber Aussenminister Viviani aufgeschlossen f\u00fcr eine Verhandlungsl\u00f6sung im Sinne der englischen Vermittlungsangebote war, hatte es f\u00fcr Poincar\u00e9 und die Spitzen des Milit\u00e4rs Vorrang, England zu einer offenen B\u00fcndniszusage zu bewegen, um sowohl die Drohkulisse gegen\u00fcber dem Zweibund wie die eigene Position im Kriegsfall entscheidend zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>F\u00fcr das deutsche Milit\u00e4r ergab sich durch die russische Mobilmachung jedoch eine Zwangslage. Denn der Schlieffen-Plan, zu dem man keine Alternative hatte, sah vor, die russische Mobilmachungszeit zur Niederwerfung Frankreichs zu nutzen. Die deutsche Regierung liess in St. Petersburg deshalb mitteilen, dass ein Fortschreiten der russischen Massnahmen mit eigener Mobilmachung beantwortet werden m\u00fcsse. Russland jedoch liess am 30. Juli das ganze Heer mobilmachen. Der deutsche Generalstabschef Helmuth von Moltke und Kriegsminister Erich von Falkenhayn dr\u00e4ngten nun massiv auf eine deutsche Mobilmachung, um nicht wertvolle Zeit zu verlieren.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend Kanzler Bethmann Hollweg noch z\u00f6gerte, forderte Moltke seinen \u00f6sterreichischen Kollegen Conrad von H\u00f6tzendorf zur Generalmobilmachung auf, die am 31. Juli erfolgte. Am gleichen Tag verk\u00fcndete Deutschland den \u201eZustand drohender Kriegsgefahr\u201c und stellte Russland ein Ultimatum von 12 Stunden, innerhalb derer die russische Generalmobilmachung einzustellen sei. Ein weiteres Ultimatum von 18 Stunden an Frankreich verlangte dessen Neutralit\u00e4t im Fall eines deutsch-russischen Konflikts. Um zu verhindern, dass Frankreich sich anfangs f\u00fcr neutral erkl\u00e4rte und sp\u00e4ter in den Krieg eintrat, was den Schlieffenplan sabotiert h\u00e4tte, sollte Botschafter Wilhelm von Schoen die Grenzfestungen Verdun und Belfort als Pfand f\u00fcr eine franz\u00f6sische Neutralit\u00e4t verlangen. Dazu kam es aber nicht, denn die franz\u00f6sische Regierung antwortete, Frankreich werde \u201eentsprechend seinen Interessen\u201c handeln.<\/p>\n<p>Nachdem eine russische Antwort ausgeblieben war, liess Berlin am 1. August das deutsche Heer mobilmachen und erkl\u00e4rte Russland am Abend den Krieg. Da Frankreich die ultimative deutsche Neutralit\u00e4tsforderung ausweichend beantwortet hatte, folgte am 3. August die deutsche Kriegserkl\u00e4rung an Frankreich.<\/p>\n<p>Auf die deutsche Entscheidung, zur Eroberung Frankreichs, wie im Schlieffenplan vorgesehen, zuerst das neutrale Belgien zu besetzen, drohte Grossbritannien mit Krieg. Kanzler Bethmann Hollweg bat den britischen Botschafter Edward Goschen, doch wegen eines \u201eFetzens Papier\u201c nicht den Frieden zu brechen \u2013 gemeint war die internationale Garantie f\u00fcr die belgische Neutralit\u00e4t aus dem Jahr 1839. Grossbritannien jedoch erkl\u00e4rte Deutschland am 4. August den Krieg.<\/p>\n<\/div><\/div>\n<h3><\/h3>\n<p>\u00a0<\/p>\n<h3>Die Krise in der \u00d6ffentlichkeit<\/h3>\n<p>In der \u00d6ffentlichkeit wurde die Krise lange Zeit nicht als solche wahrgenommen. Zwar rechnete man nach dem Attentat allgemein mit einem \u201eSchritt\u201c \u00d6sterreich-Ungarns gegen Serbien, vertraute aber den offiziellen Versicherungen, dass kein Eingriff in serbische Hoheitsrechte geplant sei. Als das Ultimatum bekannt wurde, hielt ein grosser Teil der deutschsprachigen Presse es f\u00fcr gerechtfertigt. Es gibt Hinweise, dass die deutsche Regierung hier im Vorfeld Einfluss genommen hat.<\/p>\n<div><div class=\"collapseomatic noarrow my_button\" id=\"id6a37fdf90dab4\" tabindex=\"0\">WEITERLESEN<\/div><div id=\"target-id6a37fdf90dab4\" class=\"collapseomatic_content my_content\">\n<p>So wies etwa der Legationsrat im Ausw\u00e4rtigen Amt, Ernst Langwerth von Simmern, den Gesch\u00e4ftstr\u00e4ger der Regierung in Hamburg an, die Chefredakteure von Hamburger Nachrichten, Korrespondent und Hamburger Fremdenblatt vertraulich darauf hinzuweisen, dass ein Krieg am besten dadurch vermieden werden k\u00f6nne, wenn Deutschland ruhig und fest an der Seite \u00d6sterreich-Ungarns stehe. Die SPD rief am 25. Juli im Vorw\u00e4rts zu Anti-Kriegskundgebungen am 28. Juli auf. In ganz Deutschland beteiligten sich daran sch\u00e4tzungsweise 500.000 bis 750.000 Menschen, darunter etwa 20 Prozent Frauen. Vereinzelt kam es zu Zusammenst\u00f6ssen mit der Polizei oder mit nationalen Demonstranten. Dagegen feiern deutschnationale Studenten, der Jungdeutschland-Bund und Teile des \u201egutb\u00fcrgerlichen Publikums\u201c die serbische Ablehnung am 25. und 26. Juli mit Strassenkundgebungen.<\/p>\n<p>Auch in den folgenden Tagen kam es zu Massenaufl\u00e4ufen in den deutschen Innenst\u00e4dten, vor allem in Berlin. Diese r\u00fchrten auch daher, dass die Menschen dort durch Extrabl\u00e4tter, Anschl\u00e4ge an den Litfasss\u00e4ulen oder offizielle Bekanntmachungen am schnellsten die neuesten Entwicklungen erfuhren.<\/p>\n<p>Am 2. August erfuhr die deutsche Bev\u00f6lkerung aus der Presse von ersten russischen Angriffen in Ostpreussen, nicht jedoch, dass die eigene Regierung Russland bereits am Tag zuvor den Krieg erkl\u00e4rt hatte. Ebenfalls am 2. August kamen Ger\u00fcchte \u00fcber franz\u00f6sische Grenzverletzungen wie Bombenabw\u00fcrfe bei N\u00fcrnberg auf, die am 3. August als amtlich best\u00e4tigte Mitteilung an die Presse weitergegeben wurden, obwohl sie zu diesem Zeitpunkt bereits als \u201eTatarenmeldungen\u201c identifiziert worden waren. Der Glaube, sowohl von Russland wie von Frankreich heimt\u00fcckisch \u00fcberfallen worden zu sein, w\u00e4hrend der eigene Kaiser angeblich unerm\u00fcdlich um den Frieden bem\u00fcht gewesen sei, f\u00fchrte in Deutschland zu einem Schulterschluss fast aller politischen Kr\u00e4fte und zu einer grossen Zustimmung zum Krieg. Das Gef\u00fchl, schuldlos in den Krieg hineingezogen worden zu sein, gab es auch in den anderen beteiligten L\u00e4ndern. Die ausziehenden Soldaten wurden vielerorts begeistert verabschiedet.<\/p>\n<\/div><\/div>[\/vc_column_text][\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=\u201cvc_default\u201c el_id=\u201chintergrund-vorabend-dominoeffekt\u201c][vc_column][vc_empty_space][vc_column_text]\n<h3><span style=\"color: #800000;\">DER DOMINOEFFEKT \u2013 DAS KARTENHAUS ZERF\u00c4LLT<\/span><\/h3>\n<p>Die konsequente Umsetzung der B\u00fcndnisverpflichtungen musste unweigerlich zur Folge haben, dass \u00d6sterreich-Ungarns Kriegserkl\u00e4rung an Serbien in Europa eine verh\u00e4ngnisvolle Serie an diplomatischen Noten ausl\u00f6ste.<\/p>\n<p>Bei der Kriegserkl\u00e4rung handelte es sich nach klassischem V\u00f6lkerrecht um eine einseitige, formlose Willenserkl\u00e4rung an die gegnerische Kriegspartei, die den Eintritt des Kriegszustandes ank\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Eine Kriegserkl\u00e4rung wurde einem Staat von einem anderen vor Aufnahme der Feindseligkeiten zugestellt, wenn letzterer seine Interessen bedroht oder seine Existenz gef\u00e4hrdet sah und keine diplomatische L\u00f6sung in Aussicht stand. Auch durch seine B\u00fcndnisverpflichtungen konnte sich ein Staat gezwungen sehen, eine Kriegserkl\u00e4rung gegen einen anderen auszusprechen.<\/p>\n<p>Da mit der Kriegserkl\u00e4rung die diplomatischen Mittel als ausgesch\u00f6pft anzusehen sind, brechen die Kontrahenten \u00fcblicherweise die diplomatischen Beziehungen mehr oder weniger abrupt ab.[\/vc_column_text][vc_empty_space][\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column]<\/p><div class=\"smile-icon-timeline-wrap csstime   \" style=\"\"><div class=\"timeline-line \" style=\"border-right-color:;\"><span><\/span><\/div><div class=\"timeline-wrapper\"><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-1551\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-1551 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">23. Juli 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-1551 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7078\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/OESTERREICH-SERBIEN-300x78.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"146\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/OESTERREICH-SERBIEN-300x78.jpg 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/OESTERREICH-SERBIEN.jpg 496w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\">\n<p>\u00dcberreichung eines auf 48 Stunden befristeten <strong>Ultimatums \u00d6sterreich-Ungarns an Serbien<\/strong> mit der Forderung, alle gegen die Donaumonarchie gerichteten Aktionen zu unterbinden.<\/p><\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-7751\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-7751 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">28. Juli 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-7751 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\">\n<p style=\"text-align: left;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-6987\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/oeung-serbia.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"142\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/oeung-serbia.jpg 492w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/oeung-serbia-300x76.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\"><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nach Ablauf des Ultimatums erkl\u00e4rt<strong> \u00d6sterreich-Ungarn<\/strong> dem K\u00f6nigreich Serbien den Krieg.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Kaiser Franz Josef I. richtet sich mit der Proklamation \u201eAn meine V\u00f6lker\u201c an seine Untertanen und begr\u00fcndet den Schritt.<\/p>\n<\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-6817\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-6817 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">30. Juli 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-6817 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7080\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Mobilmachung-RUS-300x80.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Mobilmachung-RUS-300x80.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Mobilmachung-RUS-768x206.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Mobilmachung-RUS.png 878w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\">\n<p>Russische Generalmobilmachung<\/p><\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-3878\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-3878 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">31. Juli 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-3878 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7088\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Mobilmachung-OE-UNG-300x80.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"150\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Mobilmachung-OE-UNG-300x80.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Mobilmachung-OE-UNG-768x206.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/Mobilmachung-OE-UNG.png 878w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\">\n<p><strong>Generalmobilmachung in \u00d6sterreich-Ungarn<\/strong>. Die deutsche Regierung erkl\u00e4rt den \u201eZustand drohender Kriegsgefahr\u201c und fordert Russland ultimativ (12 Stunden) auf, die Mobilmachung zur\u00fcckzunehmen, und Frankreich (18 Stunden), im Fall eines deutsch-russischen Krieges neutral zu bleiben.<\/p><\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-5427\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-5427 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">1. August 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-5427 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7082\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/DR-RUS-300x79.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"147\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/DR-RUS-300x79.jpg 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/DR-RUS.jpg 499w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\">\n<p><strong>Kriegserkl\u00e4rung<\/strong> des Deutschen Reichs an Russland<\/p>\n<p><strong>Allgemeine Mobilmachung<\/strong> in Frankreich und in der Schweiz<\/p><\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-4106\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-4106 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">2. August 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-4106 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7083\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/DE-LUX-BEL-300x75.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/DE-LUX-BEL-300x75.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/DE-LUX-BEL-768x191.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/DE-LUX-BEL.png 875w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\">\n<p>Im Zuge der deutschen Mobilmachung <strong>Besetzung Luxemburg<\/strong>, um die luxemburgischen Eisenbahnen zu sichern.<\/p>\n<p>Abends \u00dcberreichung eines deutschen <strong>Ultimatums an Br\u00fcssel<\/strong>, in der die belgische Regierung aufgefordert wird, den Durchmarsch deutscher Truppen zuzulassen.<\/p><\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-1564\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-1564 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">3. August 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-1564 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7085\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/DR-FRA-300x79.jpg\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"148\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/DR-FRA-300x79.jpg 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/DR-FRA.jpg 495w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\">\n<p>Ablehnende belgische Antwortnote. Deutscher <strong>Einmarsch in Belgien<\/strong>.<\/p>\n<p>Nachmittags: <strong>Kriegserkl\u00e4rung des Deutschen Reichs an Frankreich.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Neutralit\u00e4tserkl\u00e4rung<\/strong> Rum\u00e4niens<\/p>\n<p>Beginn der <strong>Verminung der Dardanellen<\/strong> durch das Osmanische Reich<\/p><\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-7773\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-7773 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">4. August 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-7773 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7086\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GBR-DEU-300x75.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GBR-DEU-300x75.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GBR-DEU-768x192.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GBR-DEU.png 875w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\">\n<p>Die Verletzung der belgischen Neutralit\u00e4t durch das Deutsche Reich gibt Grossbritannien den Anlass zum Kriegseintritt. Britisches Ultimatum und Abbruch der diplomatischen Beziehungen was einer <strong>Kriegserkl\u00e4rung Grossbritanniens an Deutschland<\/strong> gleichbedeutend ist.<\/p>\n<p>Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Belgien: <strong>Kriegszustand<\/strong>.<\/p>\n<p>Ausruf des <strong>\u201eBurgfriedens\u201c<\/strong> durch Wilhelm II. in welchem die politischen Parteien Deutschlands auf eine gemeinsame Strategie der Kriegsbew\u00e4ltigung ausgerichtet werden.<\/p><\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-5405\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-5405 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">5. August 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-5405 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7125\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/MNEGRO-OE-UNG-1-300x75.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/MNEGRO-OE-UNG-1-300x75.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/MNEGRO-OE-UNG-1-768x191.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/MNEGRO-OE-UNG-1.png 875w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\">\n<p>Kriegserkl\u00e4rung <strong>Montenegros<\/strong> an <strong>\u00d6sterreich-Ungarn<\/strong><\/p><\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-2461\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-2461 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">6. August 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-2461 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7126\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/OE-RUS-300x75.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/OE-RUS-300x75.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/OE-RUS-768x192.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/OE-RUS.png 875w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7127\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/SER-DEU-300x75.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/SER-DEU-300x75.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/SER-DEU-768x192.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/SER-DEU.png 875w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\"><\/p>\n<p>Kriegserkl\u00e4rung <strong>\u00d6sterreich-Ungarns an Russland<\/strong><\/p>\n<p>Kriegserkl\u00e4rung <strong>Serbiens an das Deutsche Reich<\/strong><\/p><\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-8415\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-8415 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">11. August 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-8415 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7130\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/MONTE-DR-300x75.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/MONTE-DR-300x75.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/MONTE-DR-768x192.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/MONTE-DR.png 875w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7132\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/FRA-OE-300x75.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/FRA-OE-300x75.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/FRA-OE-768x192.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/FRA-OE.png 875w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\"><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7133\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/AEG-MIMA-300x75.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/AEG-MIMA-300x75.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/AEG-MIMA-768x191.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/AEG-MIMA.png 875w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\"><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p>Kriegserkl\u00e4rung <strong>Montenegros an das Deutsche Reich<\/strong><\/p>\n<p>Kriegserkl\u00e4rung<strong> Frankreichs an \u00d6sterreich-Ungarn<\/strong><\/p>\n<p>Kriegserkl\u00e4rung <strong>Aegyptens an die Mittelm\u00e4chte<\/strong> (Deutsches Reich \/ \u00d6sterreich-Ungarn)<\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-1290\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-1290 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">12. August 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-1290 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\">\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7131\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GBR-OE-300x75.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GBR-OE-300x75.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GBR-OE-768x191.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/GBR-OE.png 875w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\"><\/p>\n<p>Kriegserkl\u00e4rung <strong>Grossbritanniens an \u00d6sterreich-Ungarn<\/strong><\/p><\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><div class=\"timeline-block \"><div class=\"timeline-dot\"><\/div><div class=\"ult-timeline-arrow\"><s><\/s><l><\/l><\/div><div class=\"timeline-icon-block\"><div class=\"ult-timeline-icon tl-icon-no-bg\" style=\"   \"><\/div> <!-- icon --><\/div><div class=\"timeline-header-block\">\n\t\t\t\t\t\t\t<div id=\"timeline-item-8513\" class=\"timeline-header\" style=\"\"><h5 class=\"ult-timeline-title ult-responsive\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-8513 .ult-timeline-title\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"\",\"line-height\":\"\"}' style=\"color:#800000;\">23. August 1914<\/h5><div class=\"ult-responsive timeline-item-spt\" data-ultimate-target=\"#timeline-item-8513 .timeline-item-spt\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:16px;\",\"line-height\":\"\"}' style=\"\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-7135\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/JAP-DEU-300x75.png\" alt=\"\" width=\"560\" height=\"140\" srcset=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/JAP-DEU-300x75.png 300w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/JAP-DEU-768x192.png 768w, https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/JAP-DEU.png 875w\" sizes=\"auto, (max-width: 560px) 100vw, 560px\">\n<p>Kriegserkl\u00e4rung <strong>Japans an das Deutsche Reich<\/strong><\/p><\/div><\/div> <!-- header --><\/div><\/div><\/div><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row][vc_column]<div id=\"ultimate-heading-48666a37fdf90e16f\" class=\"uvc-heading ult-adjust-bottom-margin ultimate-heading-48666a37fdf90e16f uvc-9023  uvc-heading-default-font-sizes\" data-hspacer=\"line_with_icon\" data-hline_width=\"auto\" data-hicon_type=\"custom\" data-hborder_style=\"solid\" data-hborder_height=\"1\" data-hborder_color=\"#ccc\" data-icon_width=\"48\" data-hfixer=\"10\" data-halign=\"center\" style=\"text-align:center\"><div class=\"uvc-heading-spacer line_with_icon\" style=\"top\"><div class=\"ult-just-icon-wrapper  \"><div class=\"align-icon\" style=\"text-align:center;\">\n<div class=\"aio-icon-img \" style=\"font-size:48px;display:inline-block;\">\n\t<img decoding=\"async\" class=\"img-icon\" alt=\"null\" src=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/apple-touch-icon-72x72-e1659764144230.png\">\n<\/div><\/div><\/div><\/div><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=\u201cvc_default\u201c full_width=\u201cstretch_row\u201c bg_type=\u201cbg_color\u201c css=\u201c.vc_custom_1572184266075{margin-top: 40px !important;padding-top: 60px !important;padding-bottom: 70px !important;}\u201c bg_color_value=\u201c#f5f5f5\u2033][vc_column]<div id=\"ultimate-heading-16436a37fdf90e199\" class=\"uvc-heading ult-adjust-bottom-margin ultimate-heading-16436a37fdf90e199 uvc-4150 color-title accent-title-color\" data-hspacer=\"no_spacer\" data-halign=\"center\" style=\"text-align:center\"><div class=\"uvc-heading-spacer no_spacer\" style=\"top\"><\/div><div class=\"uvc-main-heading ult-responsive\" data-ultimate-target=\".uvc-heading.ultimate-heading-16436a37fdf90e199 h2\" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:40px;tablet_portrait:20px;\",\"line-height\":\"desktop:40px;tablet_portrait:26px;\"}'><h2 style=\"font-family:'Open Sans Condensed';font-weight:700;margin-bottom:10px;\">Wer die Wahl hat, hat die Qual! Wo m\u00f6chten Sie weiterfahren?<\/h2><\/div><div class=\"uvc-sub-heading ult-responsive\" data-ultimate-target=\".uvc-heading.ultimate-heading-16436a37fdf90e199 .uvc-sub-heading \" data-responsive-json-new='{\"font-size\":\"desktop:30px;tablet_portrait:40px;\",\"line-height\":\"desktop:45px;tablet_portrait:46px;\"}' style=\"font-family:'Open Sans Condensed';font-weight:700;\">ZUR WAHL STEHEN EINBLICKE IN DIE BETEILIGTEN STREITKR\u00c4FTE ODER EIN \u00dcBERBLICK \u00dcBER DEN KRIEGSVERLAUF AN ALLEN FRONTEN.<\/div><\/div><style type=\"text\/css\" data-type=\"the7_shortcodes-inline-css\">#default-btn-ab1754842d4906b55141141b1c025814.ico-right-side > i {\n  margin-right: 0px;\n  margin-left: 8px;\n}\n#default-btn-ab1754842d4906b55141141b1c025814 > i {\n  margin-right: 8px;\n}<\/style><div class=\"btn-align-center\"><a href=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/1914-1918-der-hintergrund\/1914-1918-der-hintergrund-streitkraefte\/\" class=\"default-btn-shortcode dt-btn dt-btn-l link-hover-off  vc_custom_1597057354038\" id=\"default-btn-ab1754842d4906b55141141b1c025814\" style=\"width:400px;\" title=\"Referate\"><span>ZU DEN STREITKR\u00c4FTEN<\/span><\/a><\/div><style type=\"text\/css\" data-type=\"the7_shortcodes-inline-css\">#default-btn-1faaa61ba2b80d696bf840cc97af87dc.ico-right-side > i {\n  margin-right: 0px;\n  margin-left: 8px;\n}\n#default-btn-1faaa61ba2b80d696bf840cc97af87dc > i {\n  margin-right: 8px;\n}<\/style><div class=\"btn-align-center\"><a href=\"https:\/\/stelvio-umbrail.ch\/vsuhp\/1914-1918-der-hintergrund\/1914-1918-der-hintergrund-kriegsverlauf\/\" class=\"default-btn-shortcode dt-btn dt-btn-l link-hover-off  vc_custom_1597057368923\" id=\"default-btn-1faaa61ba2b80d696bf840cc97af87dc\" style=\"width:400px;\" title=\"Referate\"><span>ZUM KRIEGSVERLAUF<\/span><\/a><\/div>[\/vc_column][\/vc_row][vc_row type=\u201cvc_default\u201c css=\u201c.vc_custom_1572185363958{margin-top: 30px !important;}\u201c][vc_column]<style type=\"text\/css\" 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welches \u00d6sterreich in Aufruhr versetzte, dann versagten Diplomaten und Machthaber w\u00e4hrend eines Monats und darauf wurden Kriege im Minutentakt erkl\u00e4rt. 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